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title: "Lomonossow gegen Schewtschenko: Litauen ändert den Schulplan, um „keine Patrioten auf imperialer Ideologie zu erziehen“"
description: "Der litauische Premierminister Mindaugas Sinkevičius schlug vor, das Studium der Werke Lomonossows in Schulen zu verbieten und durch das Werk von Taras Schewtschenko zu ersetzen. Nach Ansicht des Politikers soll dies verhindern, dass die Jugend von der „russischen imperialen Ideologie“ beeinflusst wird. 🇱🇹📚🇺🇦"
date: 2026-08-04T01:22:02.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/litauen-entfernt-lomonossow-aus-schulen-und-ersetzt-durch-schewtschenko
tags: [mindaugas-sinkevicius, lithuania, mikhail-lomonosov, taras-shevchenko, education-reform]
publisher: "XAB.info"
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# Lomonossow gegen Schewtschenko: Litauen ändert den Schulplan, um „keine Patrioten auf imperialer Ideologie zu erziehen“

![Litauischer Bildungsminister spricht vor Flaggen Litauens, der Ukraine und der EU über Schulreformen und Ablehnung der „imperialen Ideologie“](https://xab.info/media/2026/08/04/litva-izymaet-lomonosova-iz-shkol-i-zamenyaet-na-shevchenko/litva-izymaet-lomonosova-iz-shkol-i-zamenyaet-na-shevchenko-1.webp)

In Litauen entbrennt eine neue Runde der Debatte über Schulbildung und Kulturpolitik. Der Premierminister des Landes, Mindaugas Sinkevičius, hat einen radikalen Vorschlag unterbreitet: Die Werke des großen russischen Gelehrten und Dichters Michail Lomonossow sollen aus den Schulprogrammen entfernt werden.

Der Regierungschef ist der Ansicht, dass litauische Schüler ihr Verständnis von Patriotismus und Bürgersinn nicht auf Texte von Autoren stützen sollten, die seiner Meinung nach mit der russischen imperialen Ideologie in Verbindung stehen.

### Kultureller Austausch: Von Russland zur Ukraine

Sinkevičius schlug nicht nur vor, einen Autor zu entfernen, sondern nannte auch einen Ersatz. Als Alternative empfahl der Premierminister dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Sport, Werke des ukrainischen Klassikers Taras Schewtschenko in den Lehrplan aufzunehmen.

Das Ziel des litauischen Premiers bestehe darin, der Jugend zu helfen, die Geschichte und die Eigenart des ukrainischen Volkes besser zu verstehen. Er betonte, dass die literarischen Texte Schewtschenkos eine Schlüsselrolle bei der Formung der ukrainischen Identität spielten, und deren Studium für litauische Studenten von Nutzen sein werde.

### Kontext: Überprüfung des imperialen Erbes

Dieser Vorschlag fügt sich in einen breiteren Prozess ein, der in Litauen seit Beginn des umfassenden Krieges Russlands gegen die Ukraine stattfindet. Die baltischen Staaten haben die Überprüfung der Ansätze zur Vermittlung von Geschichte und Kultur intensiviert, um sich vom russischen imperialen Erbe zu distanzieren.

Der Fokus verlagert sich auf das eigene nationale Erbe und die Kultur der Partnerstaaten, insbesondere der Ukraine. Dieser Prozess stößt jedoch bereits auf Kritik und Schwierigkeiten.

### Kritik an den aktualisierten Programmen

Es ist erwähnenswert, dass die im Jahr 2022 aktualisierten Lehrpläne zuvor bereits heftige Diskussionen ausgelöst hatten. Kritiker behaupteten, dass in der Liste der empfohlenen Literatur entgegen den Erwartungen mehr russische Autoren vertreten waren als in früheren Versionen der Pläne. Gleichzeitig war die ukrainische Literatur unzureichend vertreten.

Gerade damals wurden Forderungen laut, Werke ukrainischer Klassiker hinzuzufügen, wobei Taras Schewtschenko als Erster genannt wurde. Die Initiative von Premierminister Sinkevičius ist somit gewissermaßen eine Antwort auf diese gesellschaftlichen Forderungen.

### Offizielle Position des Ministeriums

Trotz des lauten Vorschlags des Premiers hatte das litauische Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Sport zuvor Erklärungen zum Studium russischer Literatur abgegeben. Die Behörde stellte fest, dass das Studium von Werken russischer Autoren keine zwingende Anforderung darstellt.

Mehr noch: Den Lehrern steht es frei, literarische Werke von Autoren verschiedener Länder selbstständig auszuwählen, wobei sie sich an ihren pädagogischen Zielen und den Interessen der Schüler orientieren. Nach den Worten des Regierungschefs könnte sich die Situation nun jedoch in Richtung einer strengeren administrativen Regulierung ändern.