In einer Zeit, in der der Luftraum in geringer Höhe zu einer besonders verwundbaren Zone für kritische Infrastrukturen wird, hat die Lockheed Martin Corporation gemeinsam mit Technologiepartnern einen Durchbruch im Bereich der nationalen Sicherheit erzielt. Am 13. August 2026 wurde die erfolgreiche Beendigung der Feldtests eines neuen Drohnerkennungssystems namens NetSense bekannt gegeben. Das Besondere an dieser Entwicklung ist, dass sie keine teuren, spezialisierten Radare erfordert, sondern die bestehende Infrastruktur von Mobilfunknetzen des 5G-Standards nutzt.
Technologie des „Funkwellenechos'
Das System Airspace Awareness-as-a-Service (NetSense) funktioniert nach dem Prinzip der passiven Radarerkennung. Anstatt eigene Signale auszustrahlen, analysieren Algorithmen die Funkwellenstörungen, die im Äther um Mobilfunkmasten herum entstehen. Wenn eine Drohne den Abdeckungsbereich eines 5G-Netzes durchfliegt, reflektiert und verzerrt sie unweigerlich die Signale, die für die Nutzer bestimmt sind. Die KI-Module des Systems erkennen diese Mikroanomalien, was nicht nur die Feststellung des Auftretens eines Objekts ermöglicht, sondern auch dessen kontinuierliche Verfolgung entlang der Flugbahn.
Das Bündnis der Technologie-Giganten
Die Umsetzung des Projekts erforderte die Zusammenführung der Kompetenzen mehrerer Branchenführer. Verizon Communications stellte den Zugang zum Spektrum seines 5G-Netzes bereit und fungierte als „physischer Körper' des Systems. Die Software zur Verwaltung des Funkzugangsnetzes (AI-native RAN) wurde von der Firma ODC geliefert. Eine Schlüsselrolle bei der Datenverarbeitung übernahm NVIDIA, die ihre Plattform AI Aerial für die Echtzeitanalyse von Funksignalen einsetzte. Zusätzlich traten Keysight Technologies, die Technologien für die Simulation von Funkfrequenzen bereitstellten, und Lockheed Martin selbst, die die finale Datenverarbeitung für die genaue Identifizierung und Verfolgung von Zielen übernahm, dem Konsortium bei.
Erfolgreiche Demonstration in Miami
Die praktische Wirksamkeit des Systems wurde während einer Demonstration in Miami bewiesen. Während der Tests erfasste NetSense erfolgreich eine Drohne, die im Netzabdeckungsgebiet flog, informierte die Operatoren sofort über ihr Erscheinen und behielt die Kontrolle über die Bewegung des Geräts. Dies beweist, dass die Technologie unter realen städtischen Bedingungen funktionieren kann, wo die Dichte des Funkrauschens am höchsten ist. Im Vergleich dazu haben traditionelle Luftabwehrsysteme oft Schwierigkeiten, schwer auffindbare Drohnen in städtischen Umgebungen zu erkennen.
Ausweitung des Schutzes kritischer Infrastrukturen
NetSense bietet ein grundlegend anderes Sicherheitsmodell. Die Nutzung des städtischen Kommunikationsnetzes ermöglicht eine schnelle Skalierung des Schutzes über dicht besiedelten Gebieten, ohne dass Tausende neuer Sendemasten installiert werden müssen. Die Technologie wird eine zusätzliche Sicherheitsbarriere für Flughäfen, Kraftwerke, Stadien, Krankenhäuser und Regierungsgebäude darstellen. Laut den Entwicklern werden die Hauptkunden Betreiber kritischer Infrastrukturen und die für die Sicherheit des Luftraums in geringer Höhe zuständigen Behörden der USA sein.
Pläne für die Implementierung und Kommerzialisierung
Der Übergang von der Demonstration zur Massenimplementierung ist bereits geplant. Pilotimplementierungen des Systems werden in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 und Anfang 2027 erwartet. Der vollständige kommerzielle Start, der auf eine breite Palette von Kunden ausgerichtet ist, ist für das Jahr 2027 geplant. Dies macht NetSense zu einem der am meisten erwarteten Sicherheitssysteme im Bereich der Drohnenabwehr in diesem Jahr.