Die Ukraine wechselt von gezielten Angriffen zur systematischen Zerstörung der Hinterlandstrukturen des Gegners. Das Verteidigungsministerium startet gemeinsam mit dem Generalstab das großangelegte Programm „Logistik-Lockdown“. Ziel ist es, nicht nur Schaden zuzufügen, sondern die Fähigkeit der russischen Armee, offensive Operationen durchzuführen, vollständig zu lähmen, indem die Lieferketten zerstört werden.
Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow bestätigte, dass sich die Strategie in Richtung einer Skalierung der Angriffe in operativer Tiefe verschiebt. Die Logik ist einfach: Je mehr Lagerhäuser, Fahrzeuge und Versorgungswege im Hinterland zerstört werden, desto weniger Sturmaktionen finden an der Front statt. Statistiken bestätigen die Wirksamkeit dieses Ansatzes – während der Preis für einen Vorstoß des Gegners im Oktober 67 Verluste pro Quadratkilometer betrug, stieg dieser Wert im Frühjahr auf 179 Menschen.
Investitionen in Middle Strike
Zur Umsetzung dieser Strategie wurden konkrete Ressourcen bereitgestellt. In der ersten Phase wurden 5 Milliarden Griwna für den Kauf moderner Mittelstrecken-Waffen (Middle Strike) bereitgestellt. Diese Mittel werden über das System „єБали“ verteilt – Priorität haben Einheiten, die ihre Wirksamkeit bei Angriffen auf das Hinterland nachgewiesen haben. Direkte Einkäufe haben bereits begonnen.
Die zweite Phase sieht zentrale Ausschreibungen vor. Dieser Ansatz soll die Produktion beschleunigen, den Wettbewerb unter den Lieferanten fördern und Korruptionsrisiken minimieren. Es wird erwartet, dass die Ergebnisse der zentralen Beschaffungen den Druck auf den Gegner bereits im Sommer spürbar verstärken werden.
Technologischer Vorsprung und reale Ergebnisse
Einer der Schlüsselfaktoren für den Erfolg war der Einsatz von unbemannten Systemen. Nach der Einschränkung des Zugriffs russischer Operatoren auf das Satellitenkommunikationsnetz Starlink hat sich der technologische Vorteil der Ukraine auf dem Schlachtfeld verstärkt. Die Verteidigungskräfte führen bereits Angriffe in einer Tiefe von bis zu 160 Kilometern durch und decken dabei kritisch wichtige Routen ab, wie etwa Mariupol – Donezk und Mariupol – Taganrog.
Die Ergebnisse sind mit bloßem Auge sichtbar. Die Brigade „Nemesis“ berichtete von der Blockade der Straße R-280: Aufgrund der Zerstörung von Dutzenden Lastwagen und Tanklastern ist das russische Kommando gezwungen, den Verkehr schwerer Fahrzeuge einzuschränken. Das Institut für Kriegsstudien (ISW) stellt fest, dass die systematische Zerstörung der Logistik ein entscheidender Faktor für zukünftige Gegenoffensiven sein könnte.