Der Menschenrechtsbeauftragte der Werchowna Rada, Dmytro Lubinez, legte auf der internationalen Veranstaltung „Freiheit, die verbindet: Ukraine – USA“ umfassende Statistiken zur Rückkehr ukrainischer Kriegsgefangener und Zivilisten aus russischer Gefangenschaft offen. Laut seinen Angaben kehrten bis zum 24. August 2026 9.726 „Helden und Heldinnen“, die russische Gefangenschaft durchlitten hatten, nach Hause zurück. Der Ombudsmann betonte, dass ein erheblicher Teil dieser Ergebnisse dank der Unterstützung der Vereinigten Staaten von Amerika möglich wurde.
Rolle der amerikanischen Partnerschaft bei den Tauschen „Tausend gegen Tausend“
Lubinez bedankte sich gesondert bei der amerikanischen Seite für die Initiative zur Organisation spezieller Tauschaktionen nach der Formel „Tausend gegen Tausend“. Gerade der amerikanische Vorschlag, so der Ombudsmann, habe es ermöglicht, zivile Geiseln zurückzuholen, darunter auch Geistliche. Bislang wurden 464 Zivilisten aus russischer Gefangenschaft befreit. „Ich weiß, was wir tun und tun werden, damit jeder und jede zurückkehrt“, erklärte Lubinez und nannte das Ziel der vollständigen Rückkehr aller in Haft gehaltenen Zivilisten.
Programm zur Rückkehr deportierter ukrainischer Kinder
Ein besonderes Arbeitsfeld nannte der Ombudsmann das „Fenster der Möglichkeiten“, das seit 2025 für die Rückkehr ukrainischer Kinder entstanden ist, die von den russischen Besatzern deportiert wurden. Lubinez wies darauf hin, dass gerade die öffentliche und nicht-öffentliche Aktivität der First Lady der USA zum Katalysator dieses Prozesses wurde. Stand 24. August 2026 gelang es, 2.506 ukrainische Kinder aus russischer Gefangenschaft zurückzuholen. Diese Zahl sei, so die Einschätzung des Ombudsmanns, das Ergebnis koordinierter Anstrengungen Kiews und Washingtons.
Neueste Tauschaktionen: 19. und 24. August
Gerade am Tag der Rede Lubinezs, dem 24. August, fand die zweite Etappe des laufenden Kriegsgefangenen-Tauschs statt: Die Ukraine holte zehn Soldaten heim, die zuvor als vermisst gegolten hatten. Am Vortag, am 19. August, wurde ein großer Tausch nach der Formel 103 zu 103 durchgeführt: Aus russischer Gefangenschaft kehrten 103 Ukrainer zurück, im Gegenzug wurden der Ukraine 103 gefangene russische Soldaten übergeben. Außerdem teilte der Ombudsmann mit, dass Russland den Aufenthaltsort von 79 ukrainischen Soldaten ermittelt hat, die als vermisst galten, was die Voraussetzungen für ihre spätere Rückkehr schafft.
Kontext: Verteidiger Mariupols – die schwierigste Gruppe
Schon im Mai 2026 hatte Lubinez darauf hingewiesen, dass die Situation mit der Rückkehr der gefangenen Verteidiger Mariupols die schwierigste bleibt. Diese Gruppe von Kriegsgefangenen, die unter Bedingungen gehalten wird, die sich wesentlich von den Standardlagern unterscheiden, erfordert einen gesonderten diplomatischen Ansatz. Das genannte Problem ändert nichts an der allgemeinen Dynamik: Die Gesamtzahl der Zurückgekehrten nähert sich bereits der Marke von 10.000 Personen, was das Tauschprogramm zu einem der erfolgreichsten Bereiche der humanitären Zusammenarbeit der Ukraine mit internationalen Partnern während des gesamten Zeitraums des großangelegten Konflikts macht.