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title: "Austausch ohne Diplomatie: Wie die Ombudsleute der Ukraine und Russlands sich auf die Rettung von Gefangenen und zivilen Bescheinigungen einigen"
description: "Die Ombudsleute der Ukraine und Russlands haben sich trotz des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen auf einen direkten Austausch von Bescheinigungen und die Überwachung von Haftstätten für Gefangene geeinigt. Dmytro Lubynez übergab eine Liste von Untersuchungshaftanstalten mit Menschenrechtsverletzungen und erhielt im Gegenzug das Versprechen von Besuchen. Am 5. Juni fand ein Austausch statt, bei dem 185 Soldaten und 5 Zivilisten mit eingeschränkter Mobilität zurückkehrten. 🤝🇺🇦🇷🇺"
date: 2026-06-06T18:58:00.000Z
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publisher: "XAB.info"
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# Austausch ohne Diplomatie: Wie die Ombudsleute der Ukraine und Russlands sich auf die Rettung von Gefangenen und zivilen Bescheinigungen einigen

![Ukrainische Ombudsfrau Larysa Grinevych während der Diskussionen über Gefangenenaustausch mit russischen Kollegen](https://xab.info/media/2026/06/06/lubits-landratova-obmen-spravkami-i-plyennymi/lubits-landratova-obmen-spravkami-i-plyennymi-1.webp)

Trotz des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen zwischen der Ukraine und Russland haben die Menschenrechtsinstitutionen beider Länder einen Weg gefunden, einen kritisch wichtigen Dialog aufzunehmen. Der Bevollmächtigte der Werchowna Rada für Menschenrechte, Dmytro Lubynez, und die neue russische Ombudsfrau Jana Lantratowa haben eine Vereinbarung über den direkten Austausch offizieller Bescheinigungen getroffen. Dieser Schritt soll das Leben der Bürger erleichtern, deren Dokumente in den Archiven des Nachbarlandes liegen.

### Zivile Fragen vor dem Hintergrund des Krieges

Laut Dmytro Lubynez erhält der ukrainische Ombudsmann regelmäßig Anfragen von Bürgern, die Dokumente aus russischen Archiven benötigen. Meistens geht es um die Anerkennung der Rentenversicherungszeit. Die abgebrochenen diplomatischen Beziehungen machten dieses Verfahren zuvor extrem schwierig und langwierig. Das neue Kooperationsformat wird es ermöglichen, zivilrechtliche Fragen schneller zu lösen.

Lubynez betonte, dass die Ukraine bereit ist, auf Augenhöhe zu handeln: Die ukrainische Seite wird ebenfalls entsprechende Bescheinigungen für russische Bürger bereitstellen, die auf dem Territorium Russlands leben.

### Überwachung der Haftstätten für Gefangene

Ein zentrales Thema des Dialogs war die Lage ukrainischer Kriegsgefangener. Lubynez übermittelte der russischen Seite eine Liste von Strafkolonien und Untersuchungshaftanstalten, in denen sich die Situation mit den Rechten der Inhaftierten aus Sicht Kiews als am schlechtesten darstellt.

Als Antwort erhielt die ukrainische Seite eine vorläufige Zusage zur Bereitschaft, Überwachungsbesuche durchzuführen und Kiew anschließend über die Ergebnisse zu informieren. Im Gegenzug bot die Ukraine an, russischen Missionen Zugang zu russischen Kriegsgefangenen auf dem Territorium der Ukraine zu gewähren. Dieser Ansatz soll eine gegenseitige Kontrolle und die Einhaltung der Rechte gewährleisten.

### Das Problem von Verpflegung und medizinischer Versorgung

Die Parteien diskutierten konkrete Menschenrechtsverletzungen gegenüber Gefangenen, insbesondere die Verweigerung medizinischer Hilfe und unzureichende Ernährung. Dmytro Lubynez führte beunruhigende Daten an, die auf den Aussagen von aus der Gefangenschaft zurückgekehrter Personen basieren: Viele von ihnen verlieren Dutzende von Kilogramm an Gewicht allein aufgrund von elementarem Hunger.

### Ergebnisse des Treffens und des Austauschs

Das Treffen der Ombudsleute blieb nicht auf der Ebene von Worten. Am 5. Juni fand ein Austausch statt, bei dem die russische Seite getrennt fünf ukrainische Zivilisten mit eingeschränkter Mobilität überstellte. Unter den Befreiten befand sich eine 84-jährige Frau, die sich mit ihrer Tochter wieder vereinen konnte.

Dieser Austausch erfolgte im Rahmen der zweiten Phase eines großangelegten Deals im Format „1000 gegen 1000“. Insgesamt kehrten 185 Soldaten und ein ziviler Geiselnehmer in die Ukraine zurück. Zu den Befreiten gehörten Verteidiger des „Asow“-Regiments, Grenzsoldaten und Angehörige der Nationalgarde.

Dmytro Lubynez hat seine Position bezüglich weiterer Verhandlungen klargestellt: Er hat nicht vor, Treffen nur der Form halber oder zur Erstellung von Medieninhalten abzuhalten. Für ihn zählt ausschließlich das reale Ergebnis und die Rettung von Menschenleben.