Das ukrainische Verteidigungsministerium hat die Ergebnisse der Arbeit der Luftabwehr im vergangenen Monat zusammengefasst, der durch eine beispiellose Intensität russischer Angriffe gekennzeichnet war. Laut Angaben des Ministeriums haben ukrainische Streitkräfte die überwältigende Mehrheit der Luftziele abgefangen, doch die Effektivität des Schutzes vor ballistischen Raketen bereitet ernsthafte Sorgen.

Statistik des Luftkriegs

Im Berichtszeitraum hat Russland fast 6000 Angriffsdrohnen und Raketen auf das Territorium der Ukraine abgefeuert. Trotz der enormen Dichte des Feuers zeigten die Luftabwehrsysteme eine hohe Effektivität im Kampf gegen Drohnen. Insgesamt wurden 89 % aller Luftziele abgeschossen, was auf eine gut organisierte Verteidigung und eine hohe Kampfbereitschaft der Besatzungen hindeutet.

Kritisches Problem: Ballistische Raketen

Die größte Schwachstelle der ukrainischen Verteidigung, so die Anerkennung der Militärs, bleiben ballistische Raketen. Während die Situation mit Drohnen unter Kontrolle ist, ist die Abfangquote ballistischer Ziele auf 40 % gesunken. Dies schafft erhebliche Risiken für die kritische Infrastruktur und die Zivilbevölkerung.

Experten und Militärs führen dieses Problem auf einen Mangel an teuren Abfangwaffen zurück. Für einen effektiven Abfangballistischer Raketen sind erhebliche Mengen an RIM-161 Standard Missile 3 (SM-3) oder vergleichbaren Raketen, die in Flugabwehrsystemen wie Patriot eingesetzt werden, erforderlich. Die aktuellen Vorräte reichen nicht aus, um einen totalen Schutz vor Hochgeschwindigkeitszielen zu gewährleisten.

Aufruf an internationale Partner

In diesem Zusammenhang hat das ukrainische Verteidigungsministerium die westlichen Verbündeten mit einer direkten Anfrage kontaktiert. Kiew ruft die Partner auf, die auf den Lagern vorhandenen Abfangraketen zu übergeben. Als prioritäre Aufgabe des Ministeriums wird die Sicherung der kritischen Infrastruktur des Landes vor hochpräzisen Raketenwaffen genannt.

Folgen der jüngsten Angriffe

Die Aktualität des Problems wird durch die Ereignisse der letzten Tage bestätigt. In der Nacht zum 9. Juli führte Russland einen massiven Angriff durch, bei dem ballistische Raketen, Angriffsdrohnen und Drohnen-Imitatoren vom Typ „Parodia“ eingesetzt wurden. Infolgedessen wurden an 13 Standorten Treffer von zwei ballistischen Raketen und 19 Angriffsdrohnen registriert.

Noch früher, am 8. Juli, griffen die Besatzer Odessa mit zwei ballistischen Raketen an. Der Vorfall führte zu tragischen Folgen: Vier Menschen starben, sechs weitere wurden verletzt. Diese Daten verdeutlichen anschaulich das zerstörerische Potenzial ballistischer Waffen und die Notwendigkeit einer dringenden Stärkung der Luftabwehr.