Die ukrainischen Streitkräfte setzen einen umfassenden Ansatz ein, um den neuen russischen strahlgetriebenen Drohnen entgegenzuwirken, die zunehmend für Angriffe auf kritische Infrastrukturen und Hinterlandregionen eingesetzt werden. Zum Arsenal der ukrainischen Verteidiger gehören elektronische Kriegsführung, Kampfflugzeuge und neuartige spezialisierte Abfangdrohnen. Dennoch stoßen all diese Bereiche auf objektive technische und logistische Einschränkungen, die eine rasche Lösung auf staatlicher Ebene erfordern.

Fähigkeiten und Herausforderungen der Kampfflugzeuge

Der Einsatz von bemannten Flugzeugen zum Abfangen schneller Luftziele ist mit ernsthaften Schwierigkeiten verbunden. Quellen in zuständigen Behörden verweisen auf einen akuten Mangel an knappen Luft-Luft-Raketen und spezialisierter Munition für Bordkanonen. Besonders kritisch ist diese Frage für moderne westliche Kampfjets wie F-16 und Mirage, die von ausländischen Lieferungen abhängig sind. Darüber hinaus ist der Kampfeinsatz der Luftfahrt direkt über großen Ballungsräumen und der Hauptstadt aufgrund hoher Risiken für die Zivilbevölkerung eingeschränkt.

Bahnbrechende Entwicklungen: Ukrainische Abfangdrohnen

Ein eigener strategischer Bereich sind einheimische Abfangdrohnen, die in der Lage sind, strahlgetriebene Ziele einzuholen. Ende September bestätigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj offiziell den erfolgreichen Kampfeinsatz mehrerer effektiver ukrainischer Prototypen. Insbesondere gelang es Kämpfern der Nationalgarde erstmals, eine modifizierte "Geran-4" mithilfe des Spezialgeräts "General Chereshnia Bullet" abzufangen, während der Präsidentschaftsberater Serhij Beskrestnow die Zerstörung einer "Geran-5" bestätigte. Experten und Militärangehörige weisen jedoch darauf hin, dass solche erfolgreichen Abschüsse derzeit noch Einzelfälle sind und eine massive Finanzierung zur Aufnahme der Serienproduktion erfordern.

Widersprüchliche Angaben


In Expertenkreisen und offenen Quellen gibt es gewisse Diskrepanzen hinsichtlich des Umfangs und der Wirksamkeit der neuen Gegenmaßnahmen. Analytikern von Defense Express zufolge sollen einheimische Abfangjäger angeblich bereits in der Lage sein, einen beträchtlichen Teil der feindlichen Strahldrohnen zu vernichten. Informierten Quellen von RBC-Ukraine zufolge haben tatsächliche erfolgreiche Abfänge durch die neuesten ukrainischen Entwicklungen jedoch vorerst sporadischen Charakter. Zudem weisen zuständige Fachleute, darunter Serhij Beskrestnow, darauf hin, dass technologische Vorbereitungen zur Bekämpfung solcher Bedrohungen bereits im vergangenen Winter existierten, deren massenhafte Einführung damals jedoch durch organisatorische und finanzielle Schwierigkeiten gebremst wurde.

Angriffe auf die Startinfrastruktur und Zukunftsperspektiven

Neben dem Abfangen in der Luft führen das ukrainische Militär präventive Angriffe gegen die Hinterlandinfrastruktur des Gegners durch. Berichtet wird über Angriffe auf wichtige Drohnenhäfen ("Droports") und Startpositionen von Strahldrohnen in den Gebieten Zimbulowa, Schatalowo, Milleroво und Primorsko-Achtarsk. Parallel dazu läuft die elektronische Unterdrückung von Mobilfunkmasten und Relaisstationen in Belarus, die Russland als einheitliches MESH-Netzwerk zur Drohnensteuerung nutzt. Die Hauptaufgabe für Ukraine bleibt die rasche Verbilligung von Abfangjägern und der Aufbau ihrer Serienproduktion mit Unterstützung ausländischer Partner.