Während eines Treffens mit Regierungsbeamten machte Alexander Lukaschenko eine überraschende Aussage über die Kontakte zwischen Minsk und Kiew. Laut dem belarussischen Staatschef waren kürzlich Vertreter des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in der Hauptstadt der Republik zu Besuch.

„Die Qualität des Krieges wird sich augenblicklich ändern“

Lukaschenko warnte davor, dass sich die Art der Kampfhandlungen grundlegend ändern würde, falls Belarus in einen militärischen Konflikt mit der Ukraine verwickelt würde. Er betonte, dass die belarussische Seite kein Interesse an einer Eskalation habe und zum Dialog bereit sei.

„Wir haben eine Antwort des Präsidenten (Selenskyj) erhalten, und sie verstehen das. Also lasst uns, Jungs, verhandeln, wir müssen im Wesentlichen verhandeln. Nicht stauben, nicht schreien, nicht ins Gesicht schlagen und so weiter. Lasst uns menschlich verhandeln“, erklärte er.

Position des „Friedenswillens“ und Bündnis mit Russland

Der belarussische Staatschef versicherte, dass sein Land eine friedliche Position einnehme, aber gleichzeitig „in jeder Situation“ an der Seite Russlands stehen werde. Er merkte an, dass Belarus genügend eigene Probleme, Territorien und wirtschaftliche Herausforderungen habe, um keine neuen Konflikte zu suchen.

„Sie wollen Frieden – dann verhandeln wir im Wesentlichen. Wir brauchen keinen Krieg. Wir haben genug Land, unsere Wirtschaft reicht aus und wir haben genug Probleme. Also keine Konfrontation“, fügte Lukaschenko hinzu.

Retransmitter und Bedrohung durch Angriffe

Erinnern wir uns daran, dass Wolodymyr Selenskyj zuvor vor einer möglichen Nutzung des belarussischen Territoriums durch Russland für neue Operationen gewarnt hatte – sowohl gegen die Ukraine als auch gegen NATO-Staaten. Insbesondere ging es um Retransmitter, die, so die Behauptung Kiews, russischen „Schahed“-Kamikaze-Drohnen halfen, zivile Objekte in der Ukraine anzugreifen.

Selenskyj gab Minsk eine Woche Zeit, diese Geräte zu entfernen, und drohte, dass die Ukraine dies sonst selbst tun werde. Bereits am 24. Juni teilte der ukrainische Staatschef mit, dass die Retransmitter auf belarussischem Territorium nicht mehr funktionierten.

Warum spricht Lukaschenko von „Landmaschinenführern und Melkerinnen“?

In seiner Rede nutzte Lukaschenko emotionale Argumente: „Wie sollen wir gegen Ukrainer kämpfen, wenn sich auf der anderen Seite territorial vor allem Truppen befinden? Sollen wir auf diese Landmaschinenführer, Melkerinnen und Arbeiter schießen, die nicht gegen Belarussen kämpfen wollen? Wir wollen auch nicht gegen Ukrainer kämpfen“.

Diese Worte könnten darauf hindeuten, dass Lukaschenko versucht, sich als Friedensstifter zu positionieren, obwohl sein Land weiterhin Russland im Rahmen des militärischen Konflikts mit der Ukraine unterstützt.