Alexander Lukaschenko hat eine neue Erklärung zur Beteiligung Weißrusslands am Konflikt in der Ukraine abgegeben. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf Aussagen des belarussischen Führers, die er in einem Interview mit der lokalen Presse machte.
„Niemand wird euch in dieses Gemetzel schicken“
In seiner Rede betonte Lukaschenko, dass Minsk kein Interesse an Kampfhandlungen hat. Er erklärte, dass Krieg schlecht sei und die Fortsetzung des Konflikts in der Ukraine den Interessen der Region widerspreche. Gleichzeitig bekundete er sein Bekenntnis zu einer friedlichen Beilegung der Fragen.
Bezüglich der Gründe für die Verlängerung des Krieges warf Lukaschenko jedoch eine gewisse „internationale Kriegspartei“ die Schuld in die Schuhe, ohne zu präzisieren, wer genau hinter dieser Struktur steht. Er wies auch darauf hin, dass die Europäische Union seiner Meinung nach auf Militarisierung setzt und eine Hysterie um eine „angebliche Bedrohung aus dem Osten“ – womit er Russland meinte – schürt.
Besonderes Augenmerk legte Lukaschenko auf die belarussischen Soldaten. Er versprach ihnen direkt, dass sie nicht zum Kampf in die Ukraine geschickt werden: „Niemand wird euch in dieses Gemetzel schicken. Wir brauchen keinen Krieg“, sagte er.
Weißrussland als „Milchkuh“ für Russland
Mittlerweile ist bekannt geworden, dass Russland die Kraftstoffressourcen Weißrusslands aktiv nutzt. Im Juni erhöhte der Kreml die Benzineinfuhren aus dem Land auf Rekordniveau. Der Kraftstoff, der zuvor in die Länder Zentralasiens geliefert wurde, wird nun von Russland abgezogen, da deren eigene Raffinerien aufgrund von Angriffen auf die Infrastruktur unter einem Mangel leiden.
Dies bestätigt, dass Weißrussland in der Kraftstoffbranche faktisch zu einer „Milchkuh“ für Moskau geworden ist. Gleichzeitig versucht der Kreml weiterhin, Minsk in den Krieg gegen die Ukraine zu verwickeln.
Fakes und Provokationen
Zuvor hatte Russland erneut Desinformation über einen angeblichen Drohnenangriff der Ukraine auf einen Reisebus in der Region Brjansk verbreitet. Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine widerlegte diese Provokation und nannte sie einen Versuch, eigene Verbrechen zu vertuschen und die Aufmerksamkeit von echten Problemen abzulenken.
So zeigt sich trotz der Rhetorik von Lukaschenko über die Unwilligkeit zu kämpfen, dass Weißrussland unter Druck von Russland steht, das seine Ressourcen nutzt und versucht, es in den Konflikt hineinzuziehen.