Tragische Statistik als Auslöser für Veränderungen
In Lwiw wird eine grundlegende Überprüfung der Regeln für die Nutzung von Mitteln der individuellen Mobilität vorbereitet. Die lokalen Behörden planen, die Anforderungen sowohl für Fahrer von E-Tretrollern als auch für die Unternehmen, die diese vermieten, erheblich zu verschärfen. Diese Initiative wird durch besorgniserregende Unfallstatistiken diktiert, die das Rathaus dazu veranlasst haben, aufzuhören, „so zu tun, als gäbe es kein Problem“.
Der Stadtchef Andrej Sadowy, der die neuen Regeln bekannt gab, nannte schockierende Zahlen. Im vergangenen Jahr starben drei Kinder infolge schwerer Verletzungen beim Fahren von E-Tretrollern und wurden posthum zu Spendern. In den letzten drei Monaten wurden allein in Lwiw mehr als 100 Kinder mit Verletzungen durch Stürze und Unfälle mit Tretrollern in Krankenhäuser eingeliefert.
Neue Regeln ab 1. Juli
Bei der Sitzung des Exekutivkomitees des Stadtrats von Lwiw am 12. Juni 2026 wurden Vorschläge zur Erhöhung der Sicherheit erörtert. Der Bürgermeister teilte mit, dass eine Reihe wichtiger Änderungen bereits ab dem 1. Juli eingeführt werden sollen. Die wichtigsten Neuerungen betreffen folgende Aspekte:
- Altersgrenze. Betreiber von Vermietdiensten müssen die Altersverifikation der Nutzer durchführen. Die Vermietung von E-Tretrollern wird nur Personen über 16 Jahren zugänglich sein.
- Pflichtausrüstung. In die Regeln zur Verschönerung der Stadt werden Änderungen aufgenommen, die das Tragen eines Schutzhelms zur zwingenden Voraussetzung für die Fahrt machen.
- Geschwindigkeitsbegrenzung. Die Behörden planen, unfallgefährdete Bereiche der städtischen Infrastruktur zu identifizieren, in denen die Höchstgeschwindigkeit von E-Tretrollern auf 15 km/h gesenkt wird.
- Parken. Es wird ein Verbot des chaotischen Parkens eingeführt. Es wird nicht mehr erlaubt sein, gemietete E-Tretroller außerhalb der speziell ausgewiesenen Bereiche abzustellen.
Warum kein totales Verbot?
Die Frage nach einem totalen Verbot von E-Tretrollern in der Stadt wird häufig gestellt, jedoch erklärte Andrej Sadowy die Unmöglichkeit einer solchen Lösung. Laut dem Beamten verfügt die Stadt derzeit nicht über die Befugnisse, ein totales Verbot einzuführen. Selbst wenn ein Verbot „schon morgen“ ausgerufen würde, würde dies das Problem nicht lösen, da die Roller weiterhin auf den Straßen fahren würden; dies wäre lediglich eine Imitation einer Lösung.
Stattdessen haben die Behörden den Weg realer Beschränkungen und der Arbeit an der Änderung der staatlichen Gesetzgebung gewählt. Sadowy betonte: „Kein Geschäft und keine Bequemlichkeit können wichtiger sein als das menschliche Leben“.
Überregionaler Kontext
Die Situation in Lwiw ist nicht isoliert. In der Werchowna Rada wurden bereits Gesetzesentwürfe registriert, die auf die Regulierung der Nutzung von E-Tretrollern, Einrädern und anderen Mitteln des kleinen Elektromobilitätsverkehrs abzielen. Das Dokument sieht eine Erhöhung der Strafen für Fahrer, Fußgänger und Radfahrer bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung vor. Parallel dazu arbeitet die Regierung der Ukraine an Vorschlägen für ein neues Strafsystem und Regeln für den Betrieb von Tretrollern weiter.