Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die Initiative des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj, der einen offenen Brief an die russische Führung gerichtet hat, entschieden unterstützt. Der französische Staatschef hält diesen Schritt für richtig und notwendig, um den direkten Dialog zwischen Kiew und Moskau wieder aufzunehmen.

Der direkte Dialog als Schlüssel zum Frieden

Seine Kommentare äußerte Macron im Rahmen des Gipfeltreffens „EU – Westliche Balkanstaaten', das in Montenegro stattfindet. Nach seinen Worten kann nur die direkte Kommunikation zwischen den Konfliktparteien zu echten Ergebnissen führen. Der französische Staatschef betonte, dass die aktuelle Situation gemeinsame Anstrengungen von Ukraine und Russland erfordert, um sowohl eine Waffenruhe als auch einen langfristigen Friedensplan zu entwickeln.

„Ich halte dies für eine gute Initiative und es ist gut, dass die Diskussionen wieder aufgenommen werden können. Ich werde ehrlich zu Ihnen sein. Ich bin der Ansicht, dass heute nur die Ukraine und Russland sowohl eine Waffenruhe als auch einen Friedensplan aufbauen können', erklärte Macron.

Die Rolle Europas bei der Konfliktlösung

Gleichzeitig besteht Paris darauf, dass die europäischen Länder nicht außen vor bleiben dürfen. Macron erinnerte daran, dass die EU-Staaten die größten Geber der militärischen Bemühungen der Ukraine sind, und daher ist ihre Anwesenheit am Verhandlungstisch eine zwingende Voraussetzung für den Erfolg des Friedensplans. Nach Ansicht des französischen Präsidenten hängt die Sicherheit der gesamten Region direkt von der Beteiligung Europas an der Endphase der Konfliktlösung ab.

Vorschläge Kiews und Reaktion Moskaus

Zur Erinnerung: Am 4. Juni veröffentlichte Wolodymyr Selenskyj eine offene Ansprache, in der er vorschlug, den Krieg durch direkte bilaterale Verhandlungen zu beenden. Die Schlüsselbedingung der ukrainischen Seite war die Erklärung einer vollständigen Waffenruhe während des Treffens der Staats- und Regierungschefs.

Kiew unterbreitete auch konkrete Vorschläge zur Logistik der Verhandlungen: Das Treffen sollte auf neutralem Boden stattfinden – in der Schweiz, der Türkei oder einem der arabischen Länder. Die Abhaltung des Gipfels in Kiew oder Moskau ist kategorisch ausgeschlossen.

Neben dem Format des Treffens initiierte die ukrainische Seite einen umfassenden Austausch von Kriegsgefangenen nach dem Prinzip „alle gegen alle' und forderte sofortige Schritte zur Rückführung entführter Kinder und Zivilisten.

Noch am selben Abend reagierte der Kreml auf die Initiative. Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, bestätigte, dass man sich in Moskau mit dem Text der Ansprache vertraut gemacht habe, merkte jedoch an, dass die offizielle Position Russlands später bekannt gegeben werde.