Der Sieg der Partei „Tisza“ und der Machtantritt von Péter Madjár in Ungarn versprachen einen sofortigen Durchbruch in den Beziehungen zur Europäischen Union. Doch die Realität erwies sich als komplexer: Brüssel eilt nicht, um die Milliarden Euro freizugeben, die aufgrund der Regierung von Viktor Orbán eingefroren wurden.
Am Freitag, dem 16. Mai, wird der neue Ministerpräsident mit der Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, zusammentreffen. Es wird erwartet, dass beide Seiten die Bedingungen für die Rückzahlung der Mittel erörtern, doch EU-Beamte haben bereits gewarnt: Reformen sind keine Angelegenheit eines einzigen Tages.
„Man kann nicht verlangen, dass ein Land über Nacht reformiert wird“, so eine anonyme Quelle in der Europäischen Kommission gegenüber dem Nachrichtenmagazin POLITICO. Nach ihren Worten könnte zwar bei einigen Punkten eine Einigung erzielt werden, doch zentrale Fragen bleiben offen.
Drei Haupthindernisse für Ungarn
Brüssel stellt drei Hauptforderungen vor der Freigabe der Finanzierung:
- Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs im Fall der früheren Zuteilung von 10 Milliarden Euro an Ungarn im Jahr 2023 – sie wird in den kommenden Wochen erwartet.
- Die Fähigkeit der neuen Regierung, Reformen ohne Risiko eines Verfassungskrisis durchzuführen.
- Die Lektion aus Polen: Selbst nach dem Machtwechsel stockten dort die wichtigsten Reformen, und die Gelder wurden nur teilweise freigegeben.
Daher wird der Weg zur Wiederherstellung des Vertrauens der EU trotz des Optimismus von Madjár lang und schwierig sein. Brüssel ist zum Dialog bereit, aber nicht zu Zugeständnissen ohne Garantien.