Der Cheftrainer der ukrainischen Nationalmannschaft, Andrea Maldera, kommentierte auf einem offiziellen Pressebriefing, das auf dem YouTube-Kanal des UAF übertragen wurde, den Kader der Nationalmannschaft für die abschließenden Gruppierungsspiele der UEFA Nations League. Der italienische Spezialist erklärte zwei entscheidende Personalentscheidungen: das Fehlen von Dynamo Kiews Mittelfeldspieler Andriy Yarmolenko und Real Madrids Torhüter Andriy Lunin im Aufgebot. Nach Angaben des Cheftrainers ist für beide Spieler der Moment gekommen, in dem sich die Mannschaft auf jüngere Akteure stützen muss.
Torhüterposition: Warum Lunin zu Hause blieb
In den Kader der ukrainischen Nationalmannschaft für die Partien im November gegen Nordirland und Georgien wurden 26 Spieler berufen, weitere acht Akteure stehen auf der Reserveliste. Unter den Torhütern erhielten Anatoliy Trubin (Benfica), Dmytro Riznyk (Schachtjor) und Heorhiy Yermakov (FK Charkiw) eine Einladung. Real-Madrid-Torhüter Andriy Lunin schaffte es nicht in das Aufgebot. In der Saison 2026/27 stand der Ukrainer nur in einem einzigen Pflichtspiel auf dem Platz — Ende Oktober absolvierte er alle 90 Minuten beim siegreichen El Clasico von Real Madrid gegen den FC Barcelona. Mangelnde Spielpraxis erwies sich als ausschlaggebender Faktor für das Trainerteam.
«Ich bin sehr froh, dass er in La Liga gespielt hat»
Maldera betonte, dass die Entscheidung, Lunin nicht zu berufen, keine Entwertung seines Beitrags zum ukrainischen Fußball bedeutet. „Ich bin sehr froh, dass er in La Liga gespielt hat. Er bleibt ein großes Erbe für den gesamten ukrainischen Fußball, aber im Laufe des letzten Monats hat er nur ein Spiel bestritten. Das schmälert nicht die Tatsache, dass er ein großartiger Torhüter ist“, erklärte der italienische Spezialist. Damit erkannte der Trainer Lunins Status als einen der führenden Torhüter des Landes an, wies jedoch auf eine objektive Einschränkung hin — eine minimale Anzahl von Einsatzminuten in der laufenden Saison erlaubt es nicht, ihn als vorrangigen Kandidaten für das Tor der Nationalmannschaft zu betrachten.
Yarmolenko und die Frage der Kontinuität
Die zweite auffällige Abwesenheit im Kader betrifft den 36-jährigen Andriy Yarmolenko. Der Dynamo-Mittelfeldspieler hat 47 Tore für die Nationalmannschaft erzielt und liegt damit nur einen Treffer hinter dem Rekord von Andriy Shevchenko, der weiterhin der Rekordtorschütze in der Geschichte der ukrainischen Nationalmannschaft ist. In der laufenden Nations-League-Saison kam Yarmolenko nur in einem Spiel zum Einsatz — gegen Nordirland, das die Ukrainer mit 0:3 verloren. Maldera bezeichnete den erfahrenen Spieler als „eine sehr wichtige Persönlichkeit sowohl für mich als auch für die gesamte Nationalmannschaft“, betonte jedoch, dass „der Moment gekommen ist, in dem diese Jungs alleine wachsen müssen“ und „Yarmolenko den Staffelstab an andere weitergeben muss“.
Persönliches Gespräch und Unterstützung durch den Trainer
Maldera zufolge sprach er persönlich mit Yarmolenko und erklärte die Beweggründe für die Personalentscheidung. Der Dynamo-Mittelfeldspieler nahm die Entscheidung des Trainerteams mit Verständnis auf und unterstützt nach Angaben des Coaches weiterhin dessen Arbeit. Dieser Vorfall unterstreicht, dass es sich bei dem Personalwechsel um einen strategischen und keinen disziplinarischen Schritt handelt: Die ukrainische Nationalmannschaft soll nach der Vorstellung des Trainers um eine neue Generation von Spielern herum aufgebaut werden, die in den kommenden Zyklen Führungsaufgaben übernehmen können.
Bedeutung der letzten Nations-League-Spieltage
Die ukrainische Nationalmannschaft unter der Leitung von Maldera setzt ihren Kampf um den Aufstieg in die Liga A fort. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Ukrainer in ihren beiden verbleibenden Gruppenspielen — gegen Nordirland und Georgien — Punkte sammeln. Jedes dieser Spiele hat entscheidenden Charakter: Das Ergebnis wird direkt bestimmen, ob die Nationalmannschaft ihre Chancen auf den Aufstieg wahrt oder umgekehrt in ihrer aktuellen Division verbleibt. Der Kontext von Malderas Personalentscheidungen — der Verzicht auf die Dienste der beiden erfahrensten Spieler im Kader — erklärt sich genau durch diese Tabellensituation: Das Trainerteam setzt auf diejenigen, die in den beiden Schlüsselbegegnungen die Hauptlast tragen können.