Die Situation mit der Luftabwehr der Ukraine hat einen kritischen Punkt erreicht. Der Berater des ukrainischen Verteidigungsministers und Experte für Funktechnologien Sergei „Flash“ Beskrestnov hat in einem Kommentar für das Medium Radio NV eine schockierende Realität geäußert: Dem Land fehlen faktisch Raketen zum Abfangen russischer ballistischer Bedrohungen.
Laut dem Experten beschränkt sich das Problem nicht nur auf die ukrainischen Grenzen. Weltweit wird ein akuter Mangel an PAC-3-Raketen spürbar – dem Schlüsselkomponenten der Patriot-Luftabwehrsysteme. Dieser Mangel wird durch die aktuelle geopolitische Lage und Ereignisse weltweit verursacht.
Versuche, den „Schild“ bei Partnern zu leihen
Obwohl Kiew bereits Verträge über die Lieferung neuer Patriot-Raketen für die Zukunft abgeschlossen hat, erfordert die aktuelle Situation sofortige Lösungen. Beskrestnov gab zu, dass die Ukraine versucht, mit NATO-Ländern eine Vereinbarung über die „Leihgabe“ von Raketen zu treffen.
„Wir versuchen derzeit, unsere Partner, die NATO-Länder, zu bitten, uns diese Raketen zu leihen“, betonte der Berater. Kiew verspricht, die geliehenen Munitionsvorräte zurückzugeben, doch laut „Flash“ ist allen bewusst, dass solche Vereinbarungen unter den Bedingungen der Instabilität äußerst schwierig sind.
Angst vor einer Eskalation in Europa
Der Grund für die Ablehnung oder Zögern der Partner liegt in der Angst vor einer neuen Eskalation des Konflikts. Beskrestnov verwies auf Informationen über eine mögliche Aggression gegen Polen und die baltischen Staaten. Aus diesem Grund versuchen viele Staaten, einschließlich Deutschlands, ihre Vorräte an Patriot-Raketen zu erhalten.
„Wir sehen viele Informationen darüber, dass möglicherweise eine Aggression gegen Polen stattfinden wird... Und das ist die Antwort darauf, warum viele Länder derzeit versuchen, Vorräte dieser Patriot-Raketen zu lagern, weil niemand weiß, was als nächstes passieren wird“, erläuterte er.
Der Experte bezeichnete Russland auch als „seltsamen und aggressiven Nachbarn“, dessen Absichten unvorhersehbar bleiben. „Wir verstehen überhaupt nicht, was Putin im Kopf hat und was er als nächstes tun wird“, unterstrich Beskrestnov und merkte an, dass selbst der deutsche Verteidigungsminister das Land auf wahrscheinliche Aktionen Moskaus vorbereitet.
Die Realität nächtlicher Angriffe
Die Worte über den Mangel werden durch Fakten untermauert. Der Sprecher der ukrainischen Luftwaffe, Jurij Ignat, bestätigte, dass der Hauptgrund für das Scheitern bei der Abfangung der Mangel an Abfangraketen für das Patriot-Luftabwehrsystem ist.
In der vergangenen Nacht haben die ukrainischen Verteidiger keine einzige auf Kiew fliegende ballistische Rakete abgeschossen. Gleichzeitig bleibt die Trefferquote bei Marschflugkörpern und „Kalibr“-Raketen hoch, was darauf hindeutet, dass die Luftabwehr immer noch gegen bestimmte Bedrohungsarten arbeiten kann, aber gegenüber ballistischen Geschossen ohne entsprechende Munition machtlos ist.