15. August 2026. Im Informationsraum der Ukraine und Europas hat sich eine neue Welle von Desinformation entfacht, die darauf abzielt, Panik unter Flüchtlingen zu schüren. Es werden massenhaft Meldungen verbreitet, wonach 18-jährige Ukrainerinnen nun Daten aus der App «Reserve+» vorlegen müssen, um einen vorübergehenden Schutz in den Ländern der Europäischen Union zu erhalten oder zu verlängern. Laut dem Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation (ZBD) sind diese Behauptungen jedoch eine grobe Manipulation und eine Verzerrung der Fakten.

Das Wesen der Verzerrung: Von der Norm zum Fake

Die vom ZBD durchgeführte Faktenprüfung bestätigt: Der Beschluss des Rates der EU 2026/1912 enthält tatsächlich eine Bestimmung zur Überprüfung des Militärsstatus. Der Kontext dieser Bestimmung wird jedoch von feindlichen Quellen absichtlich aus dem Zusammenhang gerissen. Das offizielle Dokument verlangt nicht von allen 18-jährigen Mädchen die Vorlage von Daten aus «Reserve+». Die Bestimmung ist geschlechtsneutral und betrifft ausschließlich Bürger mit entsprechendem Wehrpflichtstatus – sowohl Männer als auch Frauen, die nach dem Gesetz zur Einberufung oder Mobilmachung verpflichtet sind.

Wer fällt tatsächlich unter die Anforderung?

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Anforderung nicht automatisch auf alle 18-jährigen Mädchen zutrifft. Sie betrifft keine zivilen Studentinnen, Frauen, die nicht wehrpflichtig sind, oder Personen, die gesetzlich nicht zur Dienstleistung verpflichtet sind. Die russische Propaganda und Bot-Netze geben die Regel für eine enge Kategorie wehrpflichtiger Personen absichtlich als eine scheinbar allgemeine Verpflichtung für absolut alle ukrainischen Frauen aus. Dies geschieht mit dem Ziel, die ukrainische Gesellschaft zu demoralisieren und das Flüchtlingsschutzsystem in der EU zu diskreditieren.

Widersprüchliche Daten

Während in Tschechien bereits Fälle registriert wurden, in denen Dutzende ukrainischer Männer das Recht auf vorübergehenden Schutz verloren, weil sie die Erfüllung ihrer Wehrpflicht nicht nachweisen konnten, ist die Situation in anderen Ländern komplexer. In Polen beispielsweise läuft die Diskussion in einer anderen Richtung. Das polnische Innenministerium kritisierte scharf die Forderungen nach der Deportation von Ukrainern und betonte, dass die polnische Wirtschaft ohne ihren Beitrag vor dem Zusammenbruch stünde. Dies erzeugt ein widersprüchliches Bild: Einerseits eine Verschärfung der Regeln zur Statusprüfung, andererseits eine wirtschaftliche Notwendigkeit der ukrainischen Arbeitskräfte, die radikale Deportationsmaßnahmen bremst.

Folgen der Desinformation

Die Verbreitung von Falschmeldungen über «Reserve+» für Mädchen birgt eine direkte Gefahr für den psychischen Zustand von Flüchtlingen. Viele Frauen, die nichts mit dem Wehrdienst zu tun haben, beginnen, Angst um ihren Status in der EU zu haben, was zu unnötiger Angst führt und dazu, dass sie von legalen Verfahren absehen. Experten des ZBD bitten die Bürger, sich nur bei offiziellen Quellen zu informieren und nicht auf Provokationen hereinzufallen, deren Ziel die Destabilisierung der Lage in den Partnerländern ist.