Die russische Kinderbeauftragte Maria Lewowa-Belowa erklärte öffentlich, dass gegen sie angeblich Entführungsvorhaben vorbereitet wurden. Die Beamtin behauptet, man habe sie lebend ergreifen wollen, um sie gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin auszusagen zu zwingen. Dies teilte sie vor dem Hintergrund eines zuvor vom Internationalen Strafgerichtshof erlassenen Haftbefehls gegen sie mit.
„Ich bin ihnen lebendig nützlich“: Details der Aussage
Lewowa-Belowas zufolge geht es, wie sie betont, nicht um einen Mordanschlag. „Kein Mordanschlag. Ich bin ihnen lebendig nützlich, damit ich gegen den Präsidenten aussage. Sie haben keinerlei Beweislage“, erklärte die Beauftragte. Sie teilte zudem mit, dass sie nach Berichten über in verschiedenen Regionen geplante Sabrakten gegen sie einen persönlichen Sicherheitsdienst eingestellt hat. Unabhängige Bestätigungen des Entführungsvorhabens selbst werden in offenen Quellen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht zitiert – die Informationen stützen sich auf die Aussagen der Beamtin selbst.
Haftbefehl des IStGH und Reaktion der Beamtin
Lewowa-Belowa berichtete, dass ihr keine offiziellen Dokumente im Zusammenhang mit Ermittlungsmaßnahmen zugegangen seien, und sie habe den Haftbefehl aus den Medien erfahren. Ihrer Aussage nach wusste sie zunächst nicht, was der Internationale Strafgerichtshof ist, und sah die entsprechende Meldung zum ersten Mal, als bekannt wurde, dass der Haftbefehl gegen sie und Putin erlassen wurde. Später, auf dem Weg nach Moskau, begann sie, wie sie behauptet, zu recherchieren, welche Befugnisse der IStGH hat.
„Vier Jahre in der Rechtfertigungsposition“
Die russische Beamtin erklärte, sie lebe seit vier Jahren in Russland „in der Rechtfertigungsposition“, und ihre Kinder hätten Drohungen und Beleidigungen erhalten. Die Vorwürfe der Beteiligung an der Ausfuhr ukrainischer Kinder nach Russland bezeichnete sie als „Fake-News“ und „Dämonisierung“.
Widersprüchliche Angaben
In den Aussagen Lewowas-Belowas und in zuvor festgestellten Fakten gibt es Widersprüche, die zu berücksichtigen sind. Einerseits bezeichnet die Beauftragte derzeit die Vorwürfe der Ausfuhr ukrainischer Kinder als „Fake-News“ und „Dämonisierung“. Andererseits hatte sie bereits 2023 selbst anerkannt, dass Russland im Jahr 2022 Hunderttausende ukrainischer Kinder deportiert hatte. Es gibt auch einen bestätigten Fakt: Am 17. März 2023 erließ der Internationale Strafgerichtshof Haftbefehle gegen Wladimir Putin und Maria Lewowa-Belowa, wobei Letztere insbesondere der Beihilfe zum Entführen ukrainischer Kinder beschuldigt wurde. Gleichzeitig behauptet die Beamtin selbst, erst nachträglich von den Befugnissen des IStGH erfahren zu haben, und die Entführungsvorhaben gegen sie wurden unabhängig nicht bestätigt. Beide Versionen – sowohl ihre Bestreitung als auch die von ihr zuvor anerkannten Fakten sowie die Angaben des IStGH – werden in dem Artikel offen dargelegt.