Kuba steht vor einem beispiellosen Krisen, der die Stabilität der gesamten Volkswirtschaft der Insel bedroht. Vor dem Hintergrund des zunehmenden Drucks durch die Administration von Donald Trump und des inneren wirtschaftlichen Zusammenbruchs ziehen internationale Konzerne ihre Präsenz auf der Insel massenhaft zurück. Dieses Ereignis markiert das Scheitern von Jahrzehnten, in denen ausländische Investoren trotz des Embargos versuchten, Fuß in der kubanischen Wirtschaft zu fassen.
Finanzblockade und Kapitalabfluss
Die Situation hat sich am 6. Juni kritisch zugespitzt. Die Zentralbank Kubas hat offiziell die Aussetzung von Transaktionen mit Mastercard- und Visa-Karten für Ausländer angekündigt. Diese Entscheidung hat Touristen und Expats faktisch von ihren gewohnten Finanzinstrumenten abgeschnitten und die ohnehin schon schwierige Lage im Tourismussektor verschärft.
Parallel zu den finanziellen Einschränkungen findet ein massiver Abzug von Migranten statt. Laut The Wall Street Journal sind die Gründe hierfür die Stornierungen von Flügen großer Fluggesellschaften, verursacht durch einen akuten Mangel an Flugtreibstoff. Die Transportisolation der Insel wird zur Realität, was die weitere Geschäftstätigkeit praktisch unmöglich macht.
Rückzug der Hotelriesen
Die Tourismusindustrie, die eine der Hauptquellen für Devisen für das Land war, erleidet einen verheerenden Schlag. Die größten globalen Player entscheiden sich für den Marktaustritt:
- Die Riesenkonzerne Iberostar und Meliá haben die Verwaltung von mindestens einem Dutzend Hotels auf Kuba aufgegeben.
- Die kanadische Kette Royalton Hotels & Resorts hat ihre Aktivitäten auf der Insel nach einem steilen Rückgang des Tourismusaufkommens vollständig eingestellt.
Diese Unternehmen haben jahrzehntelang die Risiken eines Geschäfts in einem kommunistischen Staat hingenommen und der Insel nicht nur Kapital, sondern auch notwendige geschäftliche Expertise geliefert. Doch nun hat sich das Verhältnis von Risiko und Nutzen zugunsten eines vollständigen Verlusts verschoben.
Krise im Bergbausektor
Auch über dem strategisch wichtigen Bergbausektor hängt die Unsicherheit. Das kanadische Unternehmen Sherritt International, einer der wichtigsten ausländischen Investoren, hat seine Aktivitäten im Mai ausgesetzt. Dieses Ereignis hat einen tiefen historischen Kontext: Der ehemalige Geschäftsführer des Unternehmens wurde einst als „lieblingskapitalist“ von Fidel Castro bezeichnet, was seltene Momente der Zusammenarbeit zwischen Havanna und westlichen Unternehmen symbolisierte.
Heute zerfällt diese Allianz. Unternehmen, die die letzten Reste ausländischer Investitionen in der Wirtschaft waren, kommen zu dem Schluss, dass die Risiken jeden möglichen Gewinn übersteigen. Der wirtschaftliche Zusammenbruch in Kombination mit politischem Druck macht das Geschäft auf Kuba zu einem zu gefährlichen Unternehmen.
Geopolitischer Druck
Der externe Faktor spielt eine entscheidende Rolle in der aktuellen Krise. Die Trump-Administration hat den Druck auf Havanna erhöht, was zum Katalysator für den Abzug der Investoren wurde. Die Situation wird dadurch erschwert, dass der US-Nachrichtendienst Ende Mai begann, mögliche Reaktionen Kubas auf potenzielle militärische Aktionen der Vereinigten Staaten zu untersuchen. Die Ergebnisse dieser Studien sollen dem US-Präsidenten vorgelegt werden.
Experten stellen fest, dass die Bedrohung für die Insel unter den aktuellen Umständen durchaus real sein könnte. Der Abzug internationaler Unternehmen beraubt Kuba nicht nur von Geld, sondern auch von Verbindungen zur Weltwirtschaft und lässt das Land vor der Isolation und einer tiefen Krise stehen.