---
title: "«Seid nicht gleichgültig»: In 22 polnischen Städten beginnen Massenproteste gegen Gewalt gegen Ukrainer"
description: "🇵🇱 In 22 polnischen Städten fanden Massenproteste gegen Gewalt gegen Ukrainer statt. Aktivisten des KOD fordern vom Staat den Schutz von Minderheiten und haben die Kampagne „Seid nicht gleichgültig' gestartet. 📉 Statistik: Anstieg der Hassverbrechen um 30 % in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026. 🛡️ Teilnehmer verteilen Aufkleber als Symbole für sichere Zonen. #Polen #Ukraine #Menschenrechte #Proteste #Nachrichten"
date: 2026-08-09T19:22:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/massenproteste-in-polen-gegen-gewalt-gegen-ukrainer-2026
tags: [poland, ukraine, protests, human-rights, xenophobia, kod-committee]
publisher: "XAB.info"
---

# «Seid nicht gleichgültig»: In 22 polnischen Städten beginnen Massenproteste gegen Gewalt gegen Ukrainer

![Massenproteste in Polen: Teilnehmer mit polnischen Flaggen und einem "POLSKA"-Banner fordern Schutz der Rechte der Ukrainer](https://xab.info/media/2026/08/10/massovye-protesty-v-polshche-protiv-nasiliya-nad-ukraincami-2026/massovye-protesty-v-polshche-protiv-nasiliya-nad-ukraincami-2026-1.webp)

**10. August 2026**: In Polen hat sich eine weitreichende Welle der zivilen Solidarität entfaltet. In 22 Städten des Landes, darunter Warschau, Krakau, Danzig und Posen, fanden Massenproteste statt, die vom Komitee für den Schutz der Demokratie (KOD) organisiert wurden. Die Teilnehmer zogen mit dem Slogan „Seid nicht gleichgültig' auf die Straßen und forderten ein Ende der zunehmenden Gewalt und Hassrede gegenüber Ukrainern und anderen Minderheiten.

### Reaktion auf die Welle der Xenophobie

Die Aktionen waren eine direkte Reaktion der Öffentlichkeit auf eine Reihe von resonanten Angriffen, die in den letzten Monaten registriert wurden. Zu den schockierendsten Vorfällen gehörten eine Prügelei mit einem Baseballschläger in Breslau, ein Angriff auf zwei ukrainische Bürger in Gliwice und Beleidigungen von Kindern in einem Bus in Bielsko-Biała. Allein in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 stieg die Zahl der Hassverbrechen in Polen um mehr als 30 %, was Experten zufolge direkt mit der aggressiven Rhetorik in sozialen Medien zusammenhängt.

### Symbol des Schutzes und der Solidarität

Die Organisatoren der Aktionen haben einen einfachen, aber effektiven Unterstützungsmechanismus entwickelt. Den Teilnehmern werden Aufkleber mit dem Aufruf „Sei nicht gleichgültig' ausgehändigt, die an Türen von Geschäften, Cafés und Fahrzeugen angebracht werden sollen. Dieses visuelle Signal soll Ukrainern zeigen: An Orten mit einem solchen Aufkleber können sie im Bedrohungsfall auf Schutz und Hilfe zählen. Die Initiative zielt darauf ab, ein Netz sicherer Zonen im ganzen Land zu schaffen.

### Forderungen an die Regierung

Die Bewegung beschränkt sich nicht auf Parolen auf der Straße. Bereits am Freitag fand in Warschau eine Aktion mit dem Titel „Mein Polen schlägt nicht, beleidigt nicht, hetzt nicht' statt, bei der eine Petition mit der Forderung nach strengen Schutzmaßnahmen für Ausländer an das Büro des Ministerpräsidenten und das Innenministerium übergeben wurde. Das Dokument wurde von mehr als 11.000 Personen unterzeichnet. Aktivisten bestehen darauf, dass der Staat die Verantwortung für die Sicherheit von Bürgern übernehmen muss, die aufgrund ihrer Sprache oder ihres Aussehens diskriminiert werden.

### Widersprüchliche Daten

Obwohl die Statistiken der Strafverfolgungsbehörden einen Anstieg der Verbrechen um 30 % verzeichnen, gibt es Diskrepanzen bei der Interpretation der Ursachen dieses Phänomens. Einerseits weisen Menschenrechtsverteidiger und Soziologen der Warschauer Universität auf eine direkte Korrelation zwischen dem Anstieg der Hassrede in sozialen Medien und tatsächlichen Angriffen hin. Andererseits behaupten offizielle Regierungsvertreter, dass der statistische Anstieg auf eine sorgfältigere Erfassung von Vorfällen und eine Änderung der Klassifizierung von Straftaten zurückzuführen sei und nicht auf einen tatsächlichen Anstieg der Gewalt. Dennoch haben die jüngsten Vorfälle, einschließlich des Angriffs in Krakau am 5. August, die Behörden gezwungen, die Ermittlungen zu intensivieren.