Der Frühling 2026, insbesondere der Mai, ging in die Geschichte der Ökologie des Schwarzen Meeres als Zeit einer unvorhergesehenen Tragödie ein. Im Gewässer wird ein Massensterben von Delfinen sowie Fälle von Gehirnerschütterungen bei ihnen registriert. Die Leichen der verstorbenen Tiere werden an den unterschiedlichsten Orten gefunden: von der Küste der Oblast Odessa bis zum Gewässer des besetzten Krim und Noworossijsk.
Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf den Leiter der Forschungsabteilung des Nationalen Naturparks „Tuzlowsker Limane', Iwan Rusjew. Der Experte beschreibt die Situation als eine ökologische Katastrophe synergistischer Natur, bei der der Tod der Tiere durch eine Kombination mehrerer kritischer Faktoren verursacht wird.
Katastrophe im Inneren des Organismus
Spezialisten, die die toten Wale untersuchten, stellten bei ihnen kritische Funktionsstörungen der inneren Organe fest. Die Tiere litten unter Krämpfen, starken Schmerzen, Erschöpfung und Dehydrierung. Der Zustand der Delfine deutet darauf hin, dass sie unter dem Einfluss starker Stressfaktoren und toxischer Substanzen standen.
Besonders schwierig ist der Versuch, solche Tiere zu retten. Ökologen stellen fest, dass selbst nach Erster Hilfe oder dem Zurückführen des Delfins in die Tiefe der Überlebensinstinkt des Tieres aktiviert wird. Das Tier versucht, zu seinem Rudel zurückzukehren, und vollführt einen Ruck, der oft der letzte ist.
„Dies kann der sogenannte ‚Effekt der scheinbaren Verbesserung' auf Adrenalin sein. Leider, wenn die inneren Organe bereits durch Gifte oder aufgrund des Stresses durch Explosionen kritisch geschädigt sind, kann dieser Ruck der letzte Kraftausbruch sein', erklärt Iwan Rusjew.
Krieg als Faktor ökologischer Katastrophe
Der von Russland entfesselte großangelegte Krieg hat eine massive anthropogene Belastung für das Ökosystem des Schwarzen Meeres geschaffen. In den Nordwestteil des Meeres gelangen verschiedene Schadstoffe und Folgen militärischer Handlungen, die in ihrer Gesamtheit tödliche Bedingungen für Meeressäuger schaffen.
Die Situation mit dem Sterben der Delfine ist kein Einzelfall. Anfang Januar 2025 starben im Kerker-Sund mehr als 30 Delfine. Die Ursache war damals ein Ölunfall, der nach dem Untergang russischer Tanker entstand. Jetzt verwandelt sich das Schwarze Meer in eine Zone ökologischer Katastrophe, in der die Natur mit den Folgen menschlicher Aggression nicht mehr zurechtkommt.