Die Nacht vom 15. auf den 16. Juni wurde zu einer der angespanntesten Nächte für den ukrainischen Luftraum in letzter Zeit. Die Russische Föderation unternahm einen massiven Versuch, die Luftverteidigung zu durchbrechen, und setzte eine beispiellose Anzahl an Angriffsmitteln ein. Laut der Zusammenfassung der Luftstreitkräfte der Ukraine wurden im Rahmen dieser Operation mehr als 130 Drohnen und zwei ballistische Raketen gestartet.

Details des Angriffs: von „Iskander“ bis zu Drohnen-Imitatoren

Der Angriff begann bereits am Tag des 15. Juni nach 18:00 Uhr und zog sich in die Nachtstunden hinein. Das Rückgrat des Raketenangriffs bildeten zwei ballistische Raketen vom Typ „Iskander-M“, die vom Territorium der Region Rostow aus gestartet wurden. Dies ist eine hochpräzise Waffe mit großer Reichweite, die in der Lage ist, strategisch wichtige Ziele zu treffen.

Der Hauptangriff entfaltete sich jedoch durch unbemannte Fluggeräte. 132 Drohnen verschiedener Typen stiegen in den Himmel. Zu den eingesetzten Geräten gehörten iranische „Schahed“-Drohnen, russische „Gerbera“- und „Italmas“-Drohnen sowie Drohnen-Imitatoren vom Typ „Parodia“, die dazu bestimmt waren, die Luftabwehrsysteme mit falschen Zielen zu überlasten.

Die Starts erfolgten nicht von einem einzigen Punkt, sondern aus mehreren Richtungen, was die Aufgabe des Abfangens erschwerte. Die Angriffsgruppen starteten aus Schatalowo, Orel, Kursk, Brjansk, Millerowo und Primorsko-Achtarsk.

Arbeit der Luftabwehr: Zahlen und Fakten

Die Systeme der Luftverteidigung der Ukraine arbeiteten im regulären Modus und registrierten Aktivitäten im Norden, Süden und Osten des Landes. Nach vorläufigen Daten gelang es den ukrainischen Verteidigern, 114 feindliche Drohnen zu neutralisieren. Die Methoden der Neutralisierung reichten vom direkten Abfangen bis hin zur elektronischen Kriegsführung (Störung).

Trotz der erfolgreichen Arbeit der Luftabwehr bleibt die Situation angespannt: Ein Teil der feindlichen Drohnen befindet sich immer noch im Luftraum der Ukraine, was von den Militärs und der Bevölkerung erhöhte Wachsamkeit erfordert.

Folgen der Angriffe: von Zoos bis zu alten Kathedralen

Die massiven Angriffe richten nicht nur Schäden an der Infrastruktur an, sondern auch am kulturellen Erbe und am friedlichen Leben. Noch am Vortag, während der vorherigen Angriffswelle, wurde der Zoo von Charkiw getroffen. Durch den Treffer einer Drohne kamen 10 Kaninchen ums Leben, und die Gehege wurden beschädigt.

Besondere Aufmerksamkeit erregte ein Vorfall in Kiew. Eine „Schahed“-Drohne traf die Dormitionskathedrale der Kiewer Höhlenkloster und verursachte einen Brand mit einer Fläche von 800 Quadratmetern. Dank des schnellen Einsatzes der Rettungskräfte konnte das historische Denkmal vor der vollständigen Zerstörung gerettet werden, und einzigartige Reliquien wurden evakuiert, bevor das Feuer sie vernichten konnte.