Die Nacht auf den 15. Juli war geprägt von einem massiven Luftangriff. Die russischen Streitkräfte führten einen der stärksten Angriffe in letzter Zeit durch und setzten eine beispiellose Anzahl an Angriffsmitteln ein. Laut Angaben der Luftstreitkräfte der Ukrainischen Streitkräfte feuerte der Gegner 122 Angriffsdrohnen und zwei gelenkte Luft-Boden-Raketen auf das Territorium des Landes ab.
Umfang und Angriffsrichtungen
Der Angriff erfolgte aus mehreren Richtungen. Die feindlichen Kräfte nutzten den Luftraum über dem besetzten Krim, sowie Gebiete in den russischen Oblasten Kursk und Orjol sowie Millerowo. Auch aus der Oblast Donezk und aus Gwardeiskoje (Autonome Republik Krim) wurden Drohnen gestartet.
Im Arsenal des Gegners kam eine breite Palette an Waffen zum Einsatz: von klassischen Drohnen des Typs Shahed über reaktive Modelle bis hin zu Drohnen der Typen „Herbera“, „Italmas“ sowie Täuschdrohnen „Parodia“. Der Raketenangriff wurde mit zwei X-59/69-Raketen durchgeführt.
Arbeit der Luftabwehr und Verluste des Gegners
Die Landesverteidigung wurde von der Luftwaffe, den Flugabwehrraketentruppen, Einheiten der elektronischen Kampfführung und mobilen Feuergruppen übernommen. Nach vorläufigen Angaben haben die ukrainischen Luftabwehreinheiten bis 08:30 Uhr 101 feindliche Drohnen abgeschossen oder neutralisiert. Dies geschah im Norden, Süden und Osten der Ukraine.
Trotz der Effektivität der Abwehr war es nicht möglich, alle Treffer zu verhindern. Es wurden Einschläge von Raketen und 18 Angriffsdrohnen an 19 Orten registriert. Zudem fielen Trümmerteile abgeschossener Drohnen auf 7 Gebieten, was Risiken für die Zivilbevölkerung darstellt.
Wiederholte Angriffe und Folgen
Die Lage blieb auch nach Sonnenaufgang angespannt. Gegen 07:00 Uhr führte der Gegner einen weiteren Luftangriff auf die Oblast Odessa durch. Bereits am Morgen des 15. Juli hatten russische Truppen Odessa angegriffen, was zu Opfern unter der Zivilbevölkerung und Schäden an Wohngebäuden führte.
Die Luftstreitkräfte der Ukraine warnen davor, dass der Angriff andauert und sich im Luftraum weiterhin feindliche Drohnen befinden. Die Zivilbevölkerung wird dringend aufgefordert, die Sicherheitsvorschriften einzuhalten.
Neben Odessa trafen die Angriffe auch andere Regionen. Russische Besatzer griffen eine Tankstelle in der Gemeinde Malyn in der Oblast Schytomyr an. Auch am Vortag, dem 14. Juli, schlugen Besatzer mit einer Kamikaze-Drohne ein Mehrfamilienhaus in Charkiw, wo sich in einer Wohnung im dritten Stock ein Brand entzündete.