Die Nacht vom 19. auf den 20. Juli und die frühen Morgenstunden waren für die russische Hauptstadt und das umliegende Gebiet eine Zeit beispielloser Anspannung. Moskau und die Region Moskau wurden einem massiven Angriff mit unbemannten Fluggeräten ausgesetzt, was zur Aktivierung der Flugabwehrsysteme und zum Ausbruch mehrerer großer Brände führte.

Arbeit der Flugabwehr und Zahlen des Bürgermeisters

Die ersten Berichte über die Aktivität der Abwehrsysteme begannen bereits in den vordämmernden Stunden einzutreffen. Ab 02:53 Uhr informierte der Bürgermeister von Moskau, Sergei Sobjanin, die Bewohner über seine Kommunikationskanäle aktiv über die Lage in der Region. Laut ihm hatten die russischen Flugabwehrsysteme bis 04:05 Uhr angeblich bereits 58 Drohnen abgeschossen.

Die Formulierungen in den Veröffentlichungen des Bürgermeisters enthalten jedoch wichtige Nuancen. In mehreren Meldungen wurde lediglich angegeben, dass Drohnen abgeschossen wurden, ohne die spezifische Formulierung „im Anflug auf Moskau“ zu verwenden. Experten und Analysten weisen darauf hin, dass eine solche Formulierung darauf hindeuten könnte, dass einige der unbemannten Fluggeräte das Abwehrperimeter durchdrungen haben und direkt in die Hauptstadt oder deren unmittelbares Umfeld eingedrungen sind.

Brände in Podolsk und Evakuierung

Gegen 4 Uhr morgens klärte sich die Lage am Boden dank Aufnahmen, die von OSINT-Kanälen massenhaft veröffentlicht wurden, zunehmend. Auf den Videoaufnahmen sind deutlich Flammenzungen und Rauchwolken zu erkennen. Vorläufige Daten deuten darauf hin, dass ein Öltanklager in Podolsk in der Region Moskau getroffen wurde.

Die Situation verschärfte sich schnell: Die Information über einen einzigen Brandherd wurde durch Daten über zwei und dann drei Brandstellen ersetzt. Als mögliches Angriffsziel wurde ein großes Lagerzentrum des Marktplatzes Wildberries genannt. Zeugen berichten, dass auf dem Objekt eine dringende Evakuierung des Personals eingeleitet wurde, was durch Videomaterial vom Tatort bestätigt wird.

Reaktion der Behörden und Medien

Während des Angriffs wurde in einigen Gebieten der Region Moskau eine Warnung vor Raketenangriffen ausgelöst, die jedoch später wieder aufgehoben wurde. Trotz des Ausmaßes des Vorfalls und der offensichtlichen visuellen Bestätigungen der Brände geben die offiziellen Behörden bisher keine ausführlichen Kommentare zum genauen Schaden und den Folgen des Angriffs ab. RBC-Ukraine überwacht die Situation unter Berufung auf russische Telegram-Kanäle weiterhin und dokumentiert neue Brandherde, sobald Informationen vorliegen.