Am 9. August 2026 eskalierten die Kampfhandlungen an der Westküste Jemens. Die paramilitärische Gruppe „Ansar Allah“ (Huthis) führte eine großangelegte Operation gegen den Hafen von Hodeidah durch, eine strategische Anlage, die sich unter der Kontrolle der vereinten Regierungstruppen Jemens befindet. Der Angriff, der mit Ballistischen Raketen, Drohnen und mit Sprengstoff bestückten Booten durchgeführt wurde, forderte menschliche Opfer und verursachte erhebliche Zerstörungen an der Infrastruktur.

Chronologie und Details der Operation

Laut offiziellen Erklärungen des militärischen Vertreters der Huthis, Yahya Saria, wurde die Operation als „hochpräziser Großangriff“ auf eine Ansammlung gegnerischer Kräfte klassifiziert. Der Angriff war von gemischter Natur: Mehr als 20 Kampfdrohnen wurden auf den Hafen und die Umgebung der Stadt abgefeuert. Darüber hinaus wurde im Rahmen der Operation ein mit Sprengstoff beladenes unbemanntes Boot eingesetzt, das versuchte, den Hauptpier des Hafens zu rammern.

Die Flugabwehr der Regierungstruppen konnte den Angriff nicht vollständig abwehren. Ein Teil der Drohnen drang bis zu Infrastrukturobjekten vor und griff Wohnhäuser von Hafenarbeitern sowie ein Feldkrankenhaus an. Zudem wurde ein Treffer einer ballistischen Rakete in Wohngebieten bestätigt, was zu weiteren Zerstörungen führte.

Verluste und Ausmaß der Zerstörungen

Laut Angaben des jemenitischen Ministeriums für Informationspolitik und arabischer Medien ist derzeit der Tod von mindestens 7 Personen bestätigt. Weitere mehr als 20 Personen, darunter Zivilangestellte und Militärangehörige, erlitten Verletzungen unterschiedlicher Schwere. Der Hafenpier, kommerzielle Frachten und Nahrungsmittelvorratslager wurden schwer beschädigt, was die Logistik in der Region beeinträchtigen könnte.

Geopolitischer Kontext und synchronisierte Angriffe

Experten weisen darauf hin, dass der Angriff auf Hodeidah einen tiefen geopolitischen Hintergrund hat. Er erfolgte weniger als zwei Tage nach der Unterzeichnung eines dreiseitigen Verteidigungspakts zwischen Saudi-Arabien, Pakistan und der Türkei in Mekka. Der Schlag gegen den von Saudi-Arabien unterstützten Hafen wird als Machtdemonstration als Reaktion auf die Bildung einer neuen Koalition gewertet.

Zudem war der Angriff auf Hodeidah mit einem grenzüberschreitenden Schlag gegen Saudi-Arabien synchronisiert. In der Nacht zum 9. August griffen die Huthis mit Drohnen das Erdölraffinerie-Werk von Saudi Aramco in der Stadt Dschizan an. Das Ministerium für Energie des Königreichs bestätigte einen Großbrand am Objekt. Seit Juli 2026 haben die Huthis eine „Seeblockade“ für Schiffe angekündigt, die mit Saudi-Arabien in Verbindung stehen, was die Schifffahrt durch die Straße von Bab el-Mandeb gefährdet.

Reaktion der Parteien und aktuelle Lage

Die Regierungstruppen Jemens begannen mit massiven Gegenartillerieangriffen auf die Stellungen der Huthis in der Provinz Taiz, von wo aus die Raketenstarts erfolgten. Die Lage in der Region bleibt angespannt, und die Parteien tauschen weiterhin Schläge aus. Der Hafen von Hodeidah, der in der Nähe der strategischen Straße von Bab el-Mandeb liegt, durch die etwa 12 % des weltweiten Seehandels verlaufen, bleibt ein zentraler Konfliktpunkt.