Das Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine hat Stellung zur Initiative zur Änderung der Struktur des nationalen Mehrfachfachtests (NMT) bezogen. Die Behörde erklärte ihre kategorische Ablehnung der Vorschläge, Mathematik und Geschichte der Ukraine als Pflichtfächer für Studienbewerber abzuschaffen.

Grundlegende Kenntnisse als Priorität

Der Bildungsminister Oksen Lysyj betonte in einem Gespräch mit Journalisten, dass der Zugang zu Hochschulen eine Überprüfung der fundamentalen Kenntnisse garantieren muss. Aus seiner Sicht ist Mathematik eine der grundlegenden Kompetenzen, die für moderne Absolventen notwendig sind, und ihre Umwandlung in ein Wahlfach ist unzulässig.

„Daher bin ich kategorisch gegen die Abschaffung der Mathematik und ihre Verschiebung in den Bereich der Wahlfächer“, erklärte der Leiter des Ministeriums. Eine ähnliche Position vertrat der Minister auch in Bezug auf die Geschichte der Ukraine und betonte, dass dieses Fach ebenfalls ein unverzichtbarer Bestandteil der obligatorischen Prüfung bleiben muss.

Debatte über Schwierigkeit und Wettbewerb

Im Kontext der Diskussion über den NMT-2027 werden in der Gesellschaft und unter den Abgeordneten regelmäßig Fragen zur Schwierigkeit der Prüfung aufgeworfen. Lysyj entkräftete die Mythen, dass eine Änderung des Schwierigkeitsgrads des Tests die Wettbewerbssituation grundlegend beeinflussen könnte. Er erklärte, dass jegliche Anpassungen – sowohl eine Vereinfachung als auch eine Verschärfung – lediglich die Durchschnittswerte aller Teilnehmer verändern würden, das Prinzip der Auswahl in den Hochschulen jedoch unverändert bliebe.

Statistiken bestätigen die Zugänglichkeit der Prüfung: Der Anteil der Studienbewerber, die die Mindestschwelle nicht erreichen, beträgt etwa 20 %. Dies zeigt, dass das aktuelle Format diejenigen aussortiert, die über keine grundlegenden Kenntnisse verfügen, aber für die Mehrheit keine unüberwindbare Hürde darstellt.

Ausblick auf die Zulassungskampagne

Der Minister erinnerte auch daran, dass der NMT ein vorübergehendes Format für Zulassungsprüfungen ist, das für die Dauer des Krieges eingeführt wurde. Langfristig plant die Ukraine eine Rückkehr zum System der externen unabhängigen Bewertung (ZNO). Unabhängig vom gewählten Format bleibt jedoch die Anforderung, Fähigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen nachzuweisen, relevant.

Parallel zur Debatte über das Prüfungsformat wurde in die Werchowna Rada ein alternativer Gesetzentwurf der Regierung eingebracht, der die Beibehaltung des bestehenden Modells des nationalen Mehrfachfachtests vorsieht. Dies steht im Widerspruch zur Initiative einer Gruppe von Volksabgeordneten zur Reduzierung der Pflichtfächer.