In der Werchowna Rada der Ukraine wurde ein Gesetzentwurf registriert, der die Spielregeln für zukünftige Studienbewerber grundlegend verändern könnte. Wird das Dokument verabschiedet, wird sich das Format der Nationalen Mehrfachfachprüfung (NMT) ab 2027 erheblich ändern. Die wichtigste Neuerung ist der Verzicht auf die obligatorische Mathematikprüfung für alle Studienbewerber.

Ein neues Modell für Zulassungsprüfungen

Entsprechend der Initiative von Julia Gryschyna, Vorsitzender des Unterausschusses für Hochschulbildung im Ausschuss der Werchowna Rada für Bildung, Wissenschaft und Innovation, wird das neue System auf dem Prinzip „zwei plus eins“ basieren. Die Zulassungsprüfung für Bachelorstudierende wird zwei Pflichtfächer umfassen – Ukrainisch und Geschichte der Ukraine. Das dritte Fach können die Studienbewerber selbst wählen.

Dies bedeutet, dass Mathematik nicht mehr ein universelles Filterkriterium für alle sein wird, die ein Hochschulstudium aufnehmen möchten. Für diejenigen jedoch, die ihr Leben mit technischen Berufen verbinden wollen, bleibt das Fach ein wichtiger und zugänglicher Bestandteil des Wettbewerbs.

Ziel: Die Jugend im Land halten

Hauptmotiv für die Änderungen ist die demografische und bildungspolitische Sicherheit des Staates. Die Abgeordneten befürchten einen massiven Abfluss junger Menschen ins Ausland aufgrund der Schwierigkeit der Zulassungsprüfungen. Nach Ansicht der Urheber des Gesetzentwurfs macht das derzeitige System, das auch für geisteswissenschaftliche Richtungen die Mathematikprüfung erzwingt, den Studienbeginn an ukrainischen Hochschulen für viele Familien weniger realistisch.

Julia Gryschyna betonte, dass die erzwungene Mathematikprüfung das Problem der Popularisierung technischer Berufe nicht löst, sondern den Zulassungsprozess nur erschwert. Anstelle administrativen Drucks wird ein Anreizsystem vorgeschlagen, um Studierende für technische Fächer zu gewinnen.

Kontext: Zunahme der Teilnehmer und Digitalisierung

Das Interesse an der NMT in der Ukraine wächst weiter: In diesem Jahr haben sich mehr als 350.000 Personen zur Prüfung registriert, was den dritten Jahr in Folge steigender Werte markiert. Parallel zur Reform der Fächer findet auch eine digitale Transformation des Prozesses statt. Ab 2026 werden die überwiegende Mehrheit der Studienbewerber ihre Anträge ausschließlich elektronisch über das persönliche Konto im System EZYBO einreichen.

Gegenwärtig haben Studienbewerber das Recht, bis zu 10 Anträge einzureichen, wovon die Hälfte sich auf die staatlich finanzierte Studienform beziehen kann. Die Einführung neuer Regeln im Jahr 2027 soll diesen Prozess flexibler machen und stärker auf die tatsächlichen Interessen und Fähigkeiten der Schüler ausgerichtet sein.