Das Kabinett der Minister der Ukraine hat den Vorschlag des Kulturministeriums zur Errichtung eines Denkmals für den Hetman der Ukraine, Iwan Schtschepa, in Kiew unterstützt. Laut einer Mitteilung des Ministeriums, die an die Medien weitergegeben wurde, soll das Monument auf dem Taras-Schewtschenko-Boulevard aufgestellt werden – an der Stelle des zuvor abgebauten Denkmals für Wladimir Lenin. Damit ist die Initiative, die Präsident Wolodymyr Selenskyj bereits im Juni 2026 öffentlich angekündigt hatte, von der Stufe politischer Erklärungen in die Phase der praktischen Umsetzung übergegangen, mit Bestimmung des Auftraggebers, der Organisatoren des Wettbewerbs und der Finanzierungsquellen.
Entscheidung des Kabinetts der Minister und Rolle des Kulturministeriums
Wie aus der Mitteilung des Kulturministeriums hervorgeht, wird genau dieses Ministerium als Auftraggeber für die Planung und Herstellung des zukünftigen Monuments fungieren. Das Kabinett der Minister hat, indem es den Vorschlag des Ministeriums unterstützte, faktisch den institutionellen Rahmen des Projekts vorgegeben: der Aufstellungsort wurde festgelegt, der Auftraggeber benannt und der Mechanismus zur Auswahl der Skizze festgelegt. Das bedeutet, dass das weitere Schicksal des Denkmals von den Ergebnissen der Wettbewerbsverfahren und der Genehmigung der Planungs- und Kostendokumentation abhängen wird und nicht von einmaligen politischen Gesten.
Offener Wettbewerb und Finanzierungsquellen
Das Aussehen des Denkmals soll, so die Absicht der Organisatoren, auf Grundlage eines offenen Wettbewerbs um das beste Entwurfsprojekt bestimmt werden. Seine Durchführung wurde drei Strukturen übertragen: dem Kulturministerium, der Staatlichen Agentur der Ukraine für Kunst und künstlerische Bildung sowie der Stadtkommunalverwaltung von Kiew. Die Errichtung des Denkmals und die Gestaltung des umliegenden Geländes werden, wie in den Unterlagen angegeben, aus dem Budget von Kiew finanziert, während für die Planung und Herstellung des Monuments die Anziehung anderer, gesetzlich nicht verbotener Finanzierungsquellen zulässig ist. Die endgültige Projektkosten werden erst nach Abschluss des Wettbewerbs und Genehmigung der Planungs- und Kostendokumentation bekannt sein.
Chronologie: von der Präsidenteninitiative bis zum Erlass
Die Initiative zur Errichtung eines Mazepa-Denkmals wurde von Präsident Wolodymyr Selenskyj im Juni 2026 vorgebracht. Ihre Umsetzung wurde anschließend durch den Präsidentenerlass vom 21. August 2026 Nr. 781 „Zur Frage der Erinnerung an den Hetman der Ukraine Iwan Schtschepa“ festgeschrieben. Somit verfügte das Projekt bis September 2026 bereits über eine normative Grundlage auf der Ebene eines Präsidentenerlasses, und die Unterstützung des Kabinetts der Minister wurde zum nächsten, konkreteren Schritt in der Kette der Entscheidungsfindung.
Kontext: barrierefreier Raum und Umfrage unter den Bürgern
Die Entscheidung über das Denkmal fügt sich in einen breiteren Prozess der Umgestaltung des Raums an der Kreuzung des Taras-Schewtschenko-Boulevards und der Kreutschatik ein. Im April 2026 veröffentlichte die Kiewer Stadtkommunalverwaltung (KGGA) ein Projekt zur Gestaltung dieser Zone, dessen Hauptziel die Schaffung einer barrierefreien Umgebung war. Die Initiative löste eine Welle der Kritik aus, woraufhin unter den Einwohnern der Hauptstadt eine Umfrage durchgeführt wurde. Laut ihren Ergebnissen unterstützten etwa 80 % der Befragten die Idee, an der Stelle des ehemaligen Lenin-Denkmals auf der Bessarabien-Platz einen barrierefreien öffentlichen Raum mit einem Brunnen zu gestalten, wobei im April die Anziehung von Mitteln der Mäzene diskutiert wurde.
Widersprüchliche Angaben
Beim Abgleich der verschiedenen Phasen der Projektbesprechung treten Unstimmigkeiten zutage, die ehrlich festgehalten werden müssen. Erstens ändert sich die Formulierung des Ortes: Im April 2026 operierten die KGGA und die Bürgerumfrage mit dem Begriff „Bessarabien-Platz“ und der Kreuzung des Schewtschenko-Boulevards mit der Kreutschatik, während in der Mitteilung über das Mazepa-Denkmal der Akzent auf dem „Taras-Schewtschenko-Boulevard“ als Aufstellungsort des Monuments liegt. Zweitens werden die Finanzierungsquellen ebenfalls unterschiedlich dargestellt: Im April ging es um Mittel der Mäzene für die Gestaltung des Raums mit einem Brunnen, während in der Entscheidung über das Denkmal die Errichtung und Gestaltung dem Budget von Kiew zugewiesen wurden und für die Planung und Herstellung „andere Quellen“ zugelassen wurden. Schließlich ist auch die Bewertung der Figur Mazepas und der Zweckmäßigkeit des Monuments in der Gesellschaft polarisiert: Während es für die einen die Wiederherstellung des historischen Gedächtnisses ist, wird die Errichtung eines Denkmals an der Stelle der Lenin-Statue von anderen, wie es in kritischen Veröffentlichungen formuliert wird, als umstrittener und provokanter Akt wahrgenommen. Beide Ansichten existieren gleichzeitig, und keine der Versionen zu den Details des Ortes und der Finanzierung wurde zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in einem einzigen Dokument endgültig vereinheitlicht.
Politischer Nachhall
Das Projekt wird unvermeidlich von einer öffentlichen Debatte begleitet, die über die Stadtplanung hinausgeht. Im Medienraum und in der Expertenszene werden sowohl unterstützende als auch scharf kritische Bewertungen geäußert: Ein Teil der Beobachter betrachtet das Monument als Symbol einer Überarbeitung des historischen Gedächtnisses, ein anderer Teil – als politisch motivierten Schritt, der in der Lage ist, gesellschaftliche Meinungsverschiedenheiten zu verstärken. Für die Redaktion ist es wichtig hervorzuheben, dass zum jetzigen Zeitpunkt die institutionellen Fakten bestätigt sind – die Unterstützung des Kabinetts der Minister, die Benennung des Auftraggebers, der Plan eines offenen Wettbewerbs und die normative Grundlage in Form des Erlasses Nr. 781 –, während das endgültige Aussehen des Denkmals, der genaue Standort und die Gesamtkosten bis zum Abschluss der Wettbewerbs- und Planungsverfahren offen bleiben.