Im Bereich der militärischen Zusammenarbeit zwischen der Ukraine und Europa wurde ein bedeutender Schritt unternommen. Der europäische Rüstungskonzern MBDA, bekannt als Hersteller der Marschflugkörper Storm Shadow, hat offiziell eine Kooperationsvereinbarung mit dem ukrainischen Konstruktionsbüro 'Luch' unterzeichnet. Die Parteien haben sich auf die gemeinsame Entwicklung einer neuen vielversprechenden Waffe geeinigt – des Marschflugkörpers NEPTUNE2.
Die Informationen über die Unterzeichnung des Dokuments bestätigte RBC-Ukraine unter Berufung auf eine offizielle Erklärung von MBDA. Die Absichtserklärung (MoU) dokumentiert das Bestreben der Partner, an innovativen Lösungen zur Bekämpfung von Zielen in großen Entfernungen zu arbeiten. Das Projekt NEPTUNE2 wird als logische Weiterentwicklung der bereits bewährten Rakete 'Neptun' positioniert.
Technologischer Allianz: Erfahrung Europas und der Ukraine
Der Kern der Vereinbarung besteht in der Zusammenführung der Kompetenzen zweier führender Akteure. MBDA, als europäischer Führer im Bereich komplexer Raketensysteme, stellt seine Technologien und internationalen Partnerschaften zur Verfügung. Auf ukrainischer Seite spielt das Konstruktionsbüro 'Luch' die Schlüsselrolle – ein Unternehmen, das auf die Entwicklung und Herstellung von Hochtechnologie-Waffen spezialisiert ist.
Der Ruf von 'Luch' wurde im Jahr 2022 gefestigt, als die von ihnen entwickelte Rakete 'Neptun' zur Zerstörung des russischen Raketenkreuzers 'Moskwa' eingesetzt wurde. In der Erklärung von MBDA wird betont, dass diese Zusammenarbeit den Beitrag des europäischen Unternehmens zur Stärkung des Verteidigungspotenzials der Ukraine demonstriert.
Kontext: Mangel und Notwendigkeit neuer Lösungen
Die Entwicklung eigener und gemeinsamer Waffensysteme gewinnt angesichts der aktuellen Lage an kritischer Bedeutung. Die Luftstreitkräfte der Ukraine berichteten über einen ernsthaften Mangel an ausländischen Munition. Insbesondere wurde ein Mangel an Raketen für die Luftabwehrsysteme Patriot, NASAMS und IRIS-T festgestellt, wobei die Munitionsvorräte in einigen Einheiten praktisch erschöpft sind.
Parallel zum Projekt NEPTUNE2 werden auch andere Initiativen vorangetrieben. So hat das Unternehmen Fire Point die Arbeit an der Anti-Ballistik-Rakete FP-7.x abgeschlossen und Tests durchgeführt. Der Gründer des Unternehmens, Schtilerman, hatte zuvor erklärt, dass die Raketen FP-7 und FP-9 ukrainische Äquivalente zu den amerikanischen ATACMS sein werden, jedoch zur Hälfte günstiger sein sollen.
Die unterzeichnete Vereinbarung zwischen MBDA und 'Luch' ebnet den Weg für die Schaffung einer neuen Generation von Langstreckenraketen, die europäische Entwicklung und ukrainische Technologien kombinieren, was das strategische Verteidigungspartnerschaft stärkt.