Der ständige Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen, Andrij Melnyk, hat eine scharfe Erklärung vor dem Sicherheitsrat abgegeben. Der Diplomat forderte die westlichen Länder auf, das Volumen der militärischen Hilfe grundlegend zu überdenken und erklärte, dass die Unterstützung des ukrainischen Luftverteidigungssystems mindestens um das Zehnfache erhöht werden müsse. Nur ein solcher Schritt sei in der Lage, angemessen auf die neuen, beispiellosen Dimensionen des Luftterror zu reagieren, den die russischen Streitkräfte praktizieren.

Anerkennung der Selektionslosigkeit der Angriffe

Melnyk widmete besondere Aufmerksamkeit der propagandistischen Rhetorik Moskaus. Er stellte fest, dass die russische Informationsmaschine faktisch den Verzicht auf die Unterscheidung zwischen militärischen und zivilen Zielen anerkannt hat. Als Beweis zitierte der Diplomat den bekannten russischen Fernsehmoderator Wladimir Solowjow, der erklärte, dass russische Raketen „keine Augen haben“.

„Der Kreml behauptete jahrelang, nur militärische Objekte zu bombardieren“, betonte Melnyk. „Aber jetzt bestätigt sogar ihre eigene Propaganda, dass Zivilisten willkürlich getötet werden“. Der Diplomat wies zudem die Aussagen des russischen Außenministeriums über Angriffe auf „Entscheidungszentren“ zurück und verwies auf die Zerstörung des Lukjanowski-Marktes in Kiew – eines Objekts, das nichts mit der militärischen Infrastruktur zu tun hat.

Der Preis des Barbarentums und der Aufruf zu Sanktionen

Melnyk übersetzte das Ausmaß der Zerstörungen in einen wirtschaftlichen Äquivalent. Nach seinen auf offenen Quellen basierenden Schätzungen belief sich die Kosten einer massiven Attacke auf Kiew auf etwa 360 Millionen Dollar. Der Diplomat erinnerte daran, dass diese Mittel den Bau von 35 modernen Schulen oder 12 voll ausgestatteten Krankenhäusern finanziert hätten.

In seiner Rede formulierte der ukrainische Ständige Vertreter eine Reihe harter Forderungen an die internationale Gemeinschaft:

  • Verstärkung des Sanktionsdrucks auf Russland, um die Finanzierung der Kriegsmaschinerie zu unterbinden.
  • Verabschiedung einer Resolution zur sofortigen und bedingungslosen Einstellung der Feindseligkeiten.
  • Befreiung aller Kriegsgefangenen und Zivilisten nach dem Prinzip „alle gegen alle“.
  • Ermittlung eines Mechanismus zur Entziehung Russlands des Rechts auf einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der UNO.

Melnyk betonte auch, dass die Gegenangriffe der Ukraine auf militärische Ziele tief im russischen Territorium die Fähigkeit des Kremls, den Krieg zu führen, effektiv untergraben. Tammy Bruce, stellvertretende ständige Vertreterin der USA bei den Vereinten Nationen, unterstützte die Position Kiews und bezeichnete die Aktionen Russlands als „barbarische Eskalation“, während sie an die rechtlichen Verpflichtungen Moskaus erinnerte.