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title: "Meloni fordert EU auf, Verhandlungsfuehrer fuer die Ukraine endgueltig zu bestimmen"
description: "Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni forderte in einem Brief an den EU-Ratspräsidenten den Block auf, seine Ukraine-Verhandlungsführer eindeutig zu bestimmen, da unkoordinierte Initiativen das Vertrauen in die EU untergraben würden."
date: 2026-11-05T15:00:27.995Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/meloni-fordert-eu-verhandlungsfuehrer-ukraine-zu-bestimmen
tags: [italy, european-union, ukraine, diplomacy, meloni]
author: "Alexander Buran"
publisher: "XAB.info"
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# Meloni fordert EU auf, Verhandlungsfuehrer fuer die Ukraine endgueltig zu bestimmen

![Giorgia Meloni schaut ernst zur Seite vor der blauen Flagge der Europäischen Union](https://xab.info/media/2026/11/05/meloni-prizvala-es-opredelit-peregovorshchikov-po-ukraine/meloni-prizvala-es-opredelit-peregovorshchikov-po-ukraine-1.webp)

## Kernpunkte

- In einem Brief an den Präsidenten des Europäischen Rates forderte Meloni die EU auf, ihre Ukraine-Verhandlungsführer und deren Mandat klar zu definieren.
- Sie ist der Ansicht, dass mehrere parallele Formate und Kontakte das Vertrauen in die EU untergraben und den Befürwortern der Kriegskontinuität nutzen.
- Italien schlägt vor, das Thema auf einem informellen Gipfel in Dublin zu diskutieren und auf dem Treffen der Staatschefs im Dezember eine endgültige Entscheidung zu treffen.

Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat die Europäische Union dazu aufgefordert, klar und eindeutig festzulegen, wer den Block am Verhandlungstisch zur Ukraine vertreten wird. Ihrer Einschätzung nach untergräbt die derzeitige Praxis, gleichzeitig mehrere Formate und Vertreter einzubinden, das Vertrauen in die EU als einheitlicher Akteur. Dies erklärte sie in einem Brief an den Präsidenten des Europäischen Rates und forderte dazu auf, ein „Chaos“ im Verhandlungsprozess zu vermeiden.

### Brief an den Ratspräsidenten

In ihrem Schreiben an den Präsidenten des Europäischen Rates betonte Meloni, dass der aktuelle Ansatz — mit der Beteiligung zahlreicher unterschiedlicher Formate und Vertreter — Europas Position schwäche. Die Kernaussage des Briefes ist direkt formuliert: „Indem wir ein unkoordiniertes Bild Europas projizieren, spielen wir nur denen in die Hände, die eine Fortsetzung dieses Krieges wollen“, schrieb die italienische Ministerpräsidentin. Damit wirft Rom die Frage nach der Notwendigkeit eines einheitlichen Mandats und einer einzigen Person auf, die im Namen der EU sprechen soll.

### Doppelte Initiativen und „Format-Chaos“

Laut Meloni tragen solche doppelten Initiativen nicht dazu bei, die Aggression zu stoppen, daher müsse der Block ein für alle Mal entscheiden, wer genau und mit welchem Mandat die EU am Verhandlungstisch vertreten werde. Die italienische Ministerpräsidentin verbindet das Fehlen einer einheitlichen Linie mit einem Risiko für den Verhandlungsprozess selbst: Je mehr parallele Pfade es gibt, desto schwieriger ist es, eine abgestimmte Position aufzubauen, und desto weniger Vertrauen haben die Konfliktparteien in Europa.

### Kontext: Oslo, Bruessel und Telefonate

Melonis Appell erfolgt vor dem Hintergrund aktiver diplomatischer Aktivitäten in den letzten Wochen. Wie im Brief vermerkt, nahmen Sicherheitsberater aus Frankreich, Deutschland und Großbritannien an Treffen mit amerikanischen und ukrainischen Amtsträgern teil sowie führten Gespräche in Oslo und Brüssel. Zudem führten der finnische Präsident und der norwegische Ministerpräsident ein Telefonat mit Wladimir Putin. Genau diese Reihe paralleler Kontakte erzeugt laut Rom den Eindruck von mangelnder Koordination.

### Dublin und der Gipfel im Dezember

Um die Frage zu klären, schlug Meloni vor, diese auf einem informellen Gipfel in Dublin zu erörtern und die endgültige Entscheidung über die Bestimmung der Verhandlungsführer und deren Mandat auf das Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs im Dezember zu verlegen. Italien schlägt somit einen konkreten Mechanismus und Zeitrahmen vor: zuerst eine informelle Diskussion in Dublin, dann eine formalisierte Entscheidung auf Ebene der Staats- und Regierungschefs.

### Der türkische Pfad und ein mögliches Treffen zwischen Selenskyj und Putin

Melonis Vorstoß passt in den breiteren Kontext der Bemühungen, Friedensverhandlungen zu organisieren. Zuvor hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan die Absicht bekundet, nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj Gespräche mit Wladimir Putin zur Beendigung des Krieges gegen die Ukraine zu führen. Es gab zudem Berichte über die Wahrscheinlichkeit des ersten persönlichen Treffens zwischen Selenskyj und Putin in der Türkei seit 2019, an dessen Verhandlungen sich auch die USA beteiligen wollten. Vor diesem Hintergrund wirkt Roms Ruf nach einem einheitlichen EU-Verhandlungsführer wie ein Versuch, den europäischen Pfad vor möglichen Schlüsselkontakten zu ordnen.

## Faktencheck und Quellen

- [Италия требует от ЕС навести порядок в переговорах по Украине](https://www.rbc.ua/ukr/news/italiya-vimagae-vid-es-navesti-lad-peregovorah-1793889556.html) - Primärquelle: Melonis Brief an den Präsidenten des Europäischen Rates, das Zitat über ein 'unkoordiniertes Bild Europas', die Erwähnung von Oslo/Brüssel, Putins Telefonaten, Dublin und dem Dezember-Gipfel sowie der Kontext des türkischen Pfades und eines möglichen Treffens zwischen Selenskyj und Putin.

## Häufige Fragen

### Was genau hat Giorgia Meloni gefordert?

Sie forderte die EU auf, klar festzulegen, wer den Block mit welchem Mandat am Verhandlungstisch zur Ukraine vertritt, um Chaos und Doppelungen zu vermeiden.

### Wo und wann soll laut dem italienischen Vorschlag eine Entscheidung getroffen werden?

Meloni schlug vor, das Thema auf einem informellen Gipfel in Dublin zu erörtern und die endgültige Entscheidung auf das Treffen der EU-Staatschefs im Dezember zu verlegen.

### Welche parallelen Initiativen werden im Brief erwähnt?

Erwähnt werden Treffen von Sicherheitsberatern aus Frankreich, Deutschland und Großbritannien mit US- und ukrainischen Amtsträgern in Oslo und Brüssel sowie ein Telefonat zwischen dem finnischen Präsidenten, dem norwegischen Ministerpräsidenten und Wladimir Putin.