In Berlin bereitet sich eine umfassende diplomatische Begegnung vor, die die Zukunft der europäischen Sicherheit bestimmen könnte. Der deutsche Kanzler Friedrich Mertz plant, die Führer der wichtigsten Länder der Europäischen Union zusammenzubringen, um eine einheitliche Strategie für die Interaktion mit der US-Regierung zu entwickeln. Die Initiative kam vor dem Hintergrund einer zunehmenden Spannung zwischen Washington und seinen NATO-Verbündeten zustande.

Berliner Gipfel der „Fünfergruppe“

Laut Quellen könnte Ende Juni in der deutschen Hauptstadt ein geschlossenes Treffen der Staats- und Regierungschefs von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Polen stattfinden. Zum Gespräch eingeladen ist auch der NATO-Generalsekretär Mark Rutte. Das Hauptziel dieses Gipfels ist es, die Position Europas angesichts neuer Forderungen von Donald Trump zu konsolidieren und einen Bruch innerhalb des Bündnisses zu verhindern.

Die Teilnehmer beabsichtigen, ein konkretes Maßnahmenpaket vorzubereiten, das die Bereitschaft der europäischen Länder demonstriert, eine größere Verantwortung für die Verteidigung des Kontinents zu übernehmen. Dies ist eine direkte Antwort auf die Kritik Washingtons, das wiederholt auf unzureichende Verteidigungsausgaben der Partner hingewiesen hat.

Eskalation des Konflikts mit dem Iran

Die Konsultationen finden vor dem Hintergrund einer Verschärfung der Beziehungen zwischen den USA und Europa statt, ausgelöst durch den militärischen Feldzug gegen den Iran. Europäische Führer, die vom Weißen Haus nicht in die Entscheidungsfindung einbezogen wurden, haben sich überwiegend geweigert, die Operation zu unterstützen. Dies löste eine scharfe Reaktion in Washington aus.

Besondere Spannungen entstanden persönlich zwischen Kanzler Mertz und Präsident Trump. Der deutsche Führer kritisierte die Handlungen der US-Regierung und erklärte, dass amerikanische Verhandlungsführer von iranischen Kollegen „demütigt" würden. Als Antwort kündigte Trump den Abzug von mehr als 5.000 US-Soldaten aus Deutschland an, was ein ernstes Signal für ganz Europa war.

Wechsel des Sicherheitsparadigmas

Laut dem Magazin Spiegel planen die USA, ihren militärischen Beitrag zur NATO radikal zu reduzieren. Washington strebt danach, einen erheblichen Teil der Verantwortung für die Verteidigung Europas auf die Schultern der europäischen Verbündeten zu verlagern. In der NATO werden solche Änderungen als potenzieller „Wendepunkt" bezeichnet, der die europäischen Länder dazu zwingen wird, den Aufbau ihrer eigenen militärischen Fähigkeiten zu beschleunigen.

Die Zeitung Welt am Sonntag stellt fest, dass die Vereinigten Staaten Teile ihrer militärischen Präsenz in Europa möglicherweise schneller zurückfahren werden, als die Verbündeten erwartet hatten. Demnach plant Washington keine lange Übergangsphase und strebt einen so schnellen Übergang wie möglich zu einem Modell an, bei dem die europäischen Staaten die Hauptverantwortung für die konventionelle Verteidigung des Kontinents tragen.

Vorbereitung auf den Gipfel in Ankara

Parallel zu den politischen Konsultationen findet am 12. Juni in Paris ein Treffen der Verteidigungsminister der „Fünfergruppe" statt. Diese Veranstaltung wird Teil der Vorbereitung auf den NATO-Gipfel sein, der am 7. und 8. Juli in Ankara stattfinden wird. In den Verhandlungen soll die Koordinierung der Verteidigungspolitik und mögliche Änderungen im Kommandosystem im Falle einer weiteren Verschärfung der Situation erörtert werden.

Trotz der harten Erklärungen der Trump-Regierung sieht die NATO keine Krise in den Beziehungen zu Washington. Der Vorsitzende des Militärausschusses des Bündnisses, Admiral Giuseppe Cavo Dragone, erklärte, dass die Verbündeten bereits ihre Verteidigungsausgaben erhöhen und sich auf die Erfüllung der neuen NATO-Ziele zubewegen, insbesondere die Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf 5 % des BIP.