---
title: "Merz und Macron revidieren EU-Klimapolitik zur Rettung der europäischen Autoindustrie"
description: "Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron haben sich am 16. Oktober darauf geeinigt, die EU-Klimaziele zu verwässern und die heimische Autoproduktion zu schützen. Was das für die Branche bedeutet und wann die finale Abstimmung stattfindet."
date: 2026-10-17T08:24:48.844Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/merz-und-macron-einigung-eu-autoindustrie
tags: [eu-automotive, climate-policy, germany-france, co2-emissions, made-in-europe]
author: "Darja Fomina, Andrej Kosynko"
publisher: "XAB.info"
---

# Merz und Macron revidieren EU-Klimapolitik zur Rettung der europäischen Autoindustrie

![Arbeiter montieren Autos in einem modernen europäischen Automobilwerk unter gelben Förderanlagen](https://xab.info/media/2026/10/17/merz-i-makron-soglashenie-po-evroavtopromu/merz-i-makron-soglashenie-po-evroavtopromu-1.webp)

## Kernpunkte

- Merz und Macron vereinbarten am 16. Oktober in Brüssel die Senkung der CO2-Ziele für Neufahrzeuge auf 90% bis 2035 statt eines Totalverbots.
- Ab 2028 wird für Subventionen und öffentliche Aufträge ein „Made in Europe“-Standard eingeführt: mind. 70% der Komponenten (ohne Batterien) und 10% der Batterieteile aus der EU.
- Der Markt reagierte mit einem Kursplus von fast 2% beim STOXX 600; Volkswagen und Stellantis begrüßten die Entscheidung.
- T&E nannte das Abkommen einen „historischen Fehler“, während CLEPA wegen der niedrigen 10%-Hürde für Batterien um ~150.000 Arbeitsplätze fürchtet.
- Das Dokument bedarf noch der Ratifizierung; die Abstimmung im EU-Parlament in Straßburg wird für den 23. November erwartet.

Am 16. Oktober haben Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Staatspräsident Emmanuel Macron am Rande des EU-Gipfels in Brüssel eine gemeinsame Vereinbarung erzielt, die einen Wendepunkt in der Klima- und Industriepolitik des Blocks darstellen könnte. Das Dokument mit dem Titel „Sicherung der Zukunft der europäischen Automobilindustrie“ zielt darauf ab, Automobilhersteller von einem Teil des Regulierungsdrucks zu entlasten und gleichzeitig die lokale Produktion vor Importen zu schützen. Die Einsätze sind hoch: Der Automobilsektor macht derzeit rund 7% des EU-BIP aus und sichert etwa 13 Millionen Arbeitsplätze, womit er eine der wichtigsten wirtschaftlichen Säulen der Union darstellt.

### Der Kern der Vereinbarung: Vom Totalverbot zur 90-Prozent-Reduktion

Die zentrale Änderung betrifft die CO2-Emissionsziele für Neufahrzeuge. Anstelle der im bisherigen Fahrplan verankerten vollständigen Emissionsminderung sieht der neue Vorschlag eine Senkung der durchschnittlichen Emissionen um 90% bis 2035 im Vergleich zu 2021 vor. Dem Text zufolge müssen verbleibende Emissionen nicht zwangsläufig durch emissionsarmen Stahl oder erneuerbare Kraftstoffe ausgeglichen werden. Darüber hinaus wurden flexible Mechanismen für Plug-in-Hybride (PHEV) und Fahrzeuge mit erneuerbaren Kraftstoffen eingeführt, die Schätzungen zufolge die tatsächliche Reduktion auf etwa 80% senken könnten. Den Herstellern wird zudem mehr Zeit zur Zielerreichung eingeräumt: Anstelle fester jährlicher Fristen wurden weichere Rahmenbedingungen geschaffen, was nach Ansicht der Autoren den finanziellen Druck während des Transformationsprozesses mindert.

### Neue Regeln: „Made in Europe“ ab 2028

Der zweite Teil der Vereinbarung widmet sich dem Schutz der lokalen Produktion. Ab 2028 wollen Deutschland und Frankreich den Standard „Made in Europe“ auf Autokaufsubventionen, Leasingvorteile und das öffentliche Beschaffungswesen anwenden. Um Anspruch auf staatliche Förderung zu haben, muss ein Fahrzeug mindestens zu 70% aus in Europa hergestellten Komponenten bestehen (Batterien sind von diesem Wert ausgenommen), wobei mindestens 10% der Batteriestandteile ebenfalls in der Region gefertigt sein müssen. Beide Staatschefs formulierten in einer gemeinsamen Erklärung das Ziel: „eine wettbewerbsfähige, innovative und kohlenstoffarme europäische Automobilindustrie, deren Produkte in Europa hergestellt werden und zukunftssichere Arbeitsplätze schaffen“. Merz bezeichnete das Ergebnis als „einen guten Tag für Autofahrer und für Arbeitsplätze in Deutschland, Frankreich und ganz Europa“, während Macron betonte, die Aufgabe bestehe darin, „unsere Automobilindustrie erfolgreich zu transformieren und gleichzeitig unsere Klimaziele sowie die Produktion in Europa zu bewahren“.

### Marktreaktion und Reaktionen führender Hersteller

Der Markt reagierte positiv auf die Vereinbarung: Der europäische Automobilindex STOXX 600 legte um fast 2% zu. Unterstützung kam auch von den Branchengrößen Volkswagen und Stellantis, die die Einigung als praktischen Schritt bezeichneten, um der Branche durch eine schwierige Phase zu helfen. Für Unternehmen, die jahrelang unter Unsicherheiten bezüglich der Klimavorgaben gearbeitet haben, verringert diese Entscheidung regulatorische Risiken und bietet einen berechenbareren Rahmen für Investitionsplanungen beim Übergang zu neuen Antriebssystemen.

### Kritik: Umweltaktivisten und Zulieferer schlagen Alarm

Die Vereinbarung stieß jedoch auch auf scharfe Kritik. Die Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) bezeichnete den Vorschlag als „historischen Fehler“ und warnte, dass die Aufweichung des Ziels den Übergang zu Elektrofahrzeugen verlangsamen und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Branche schwächen könnte. Der Europäische Verband der Automobilzulieferer (CLEPA) äußerte Bedenken, dass die 10-Prozent-Quote für europäische Batterieteile zu niedrig sei und potenziell rund 150.000 hochqualifizierte Arbeitsplätze in der Lieferkette gefährde. Damit hat sich der Streit innerhalb Europas von der Frage „Elektrizität oder nicht“ zu der Frage verlagert, wie tiefgreifend und schnell die industrielle Lieferkette umgebaut werden muss.

### Wie es weitergeht: Ratifizierung und Abstimmung im Parlament

Trotz des großen politischen Echos ist die Vereinbarung noch nicht in Kraft getreten: Sie muss von den EU-Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament ratifiziert werden. Es wird erwartet, dass das Parlament am 23. November in Straßburg über den Vorschlag der Europäischen Kommission abstimmt. Diese Etappe wird entscheiden, ob das in Brüssel erzielte Gleichgewicht zwischen Klimarisiken und dem Schutz der europäischen Automobilproduktion gewahrt bleibt oder ob das Dokument im Gesetzgebungsprozess überarbeitet wird.

## Faktencheck und Quellen

- [Германия и Франция договорились снизить целевые показатели выбросов для защиты европейской автомобильной промышленности.](https://www.vietnam.vn/ru/duc-va-phap-thong-nhat-cat-giam-muc-tieu-khi-thai-bao-ve-nganh-oto-chau-au) - Primärquelle: Datum 16. Oktober, Teilnehmer Merz und Macron, Ziel 90% bis 2035, „Made in Europe“-Standard ab 2028 (70%/10%), Marktreaktion +2% STOXX 600, Positionen von T&E und CLEPA, Abstimmung am 23. November in Straßburg.

## Häufige Fragen

### Welches genaue Emissionsziel legt die neue Vereinbarung fest?

Der durchschnittliche CO2-Ausstoß von Neufahrzeugen soll bis 2035 im Vergleich zu 2021 um 90% sinken, statt einer vollständigen Reduktion. Unter Berücksichtigung flexibler Mechanismen für PHEV und E-Fuels-Fahrzeuge kann die tatsächliche Senkung bei rund 80% liegen.

### Was bedeutet der Standard „Made in Europe“ für Käufer?

Ab 2028 müssen Fahrzeuge, die für Subventionen, Leasingvorteile und öffentliche Aufträge infrage kommen, mindestens zu 70% aus in Europa hergestellten Komponenten (ohne Batterien) und zu mindestens 10% aus Batterieteilen der Region bestehen.

### Ist die Vereinbarung bereits in Kraft getreten?

Nein. Das Dokument muss noch von den EU-Mitgliedstaaten und dem Europäischen Parlament ratifiziert werden; die Abstimmung in Straßburg wird am 23. November erwartet.