Das Unternehmen Meta hat ein umfassendes Update der Funktion „Live-Chats“ in dem sozialen Netzwerk Threads vorgestellt. Das Update zielt darauf ab, die Position der Plattform im Wettbewerb mit Konkurrenten, insbesondere X (ehemals Twitter), zu stärken. Es umfasst die Einführung einer automatischen Übersetzung, erweiterte Rechte für Moderatoren und den Zugang zur Erstellung von Chats für neue Nutzerkategorien.

Die Funktion „Live-Chats“ wurde ursprünglich als Instrument für textbasierte Diskussionen über wichtige Ereignisse in Echtzeit konzipiert: von Sportveranstaltungen und Präsentationen bis hin zu Kinopremieren. Im Gegensatz zu ähnlichen Angeboten setzt Threads auf schnelle gruppenbasierte Texträume. Das aktuelle Update fügt eine Reihe gefragter Optionen hinzu, die darauf abzielen, das Nutzererlebnis zu verbessern.

Abräumen sprachlicher Barrieren

Eine der wichtigsten Neuerungen ist ein integrierter Übersetzer. Die Funktion der synchronen Textübersetzung ermöglicht es Nutzern aus verschiedenen Ländern, ungehindert an globalen Diskussionen teilzunehmen. Diese Lösung soll sprachliche Barrieren abbauen und die Kommunikation in Chats wirklich international gestalten.

Neue Regeln für Verwaltung und Moderation

Für die Ersteller von Chats wurden die Verwaltungstools erheblich erweitert. Organisatoren können nun drei Co-Moderatoren benennen, die die Rolle von geladenen Gästen oder zusätzlichen Moderatoren übernehmen und dabei helfen, die Ordnung im Raum aufrechtzuerhalten.

Zudem haben die Entwickler die Moderationsmechanismen verstärkt. Organisatoren von Text-Streams haben nun das Recht, Nachrichten für alle Teilnehmer aus dem Chat zu entfernen. Im Testbetrieb wird zudem ein neues Design eingeführt, das die Beiträge des Autors visuell vom allgemeinen Nachrichtenfluss abhebt.

Wer kann einen Chat erstellen und wie kann man teilnehmen?

Die Möglichkeit, eigene Live-Chats zu starten, steht nun allen sogenannten „Community Champions“ (Gemeinschaftsführern) offen. Dies sind aktive Blogger mit einer großen Anzahl von Followern, die regelmäßig Diskussionen auf der Plattform pflegen.

Innerhalb eines einzelnen „Live-Chats“ können bis zu 150 Teilnehmer aktiv sein. Sie haben das Recht, Texte, Fotos, Videos, Links und Emojis zu senden. Wird dieses Limit überschritten, verbinden sich die restlichen Nutzer im „Zuschauer-Modus“ und beobachten die Diskussion, ohne Einfluss darauf nehmen zu können.

Wachsende Popularität und Zukunftspläne

Zum Start hin stand Threads wegen des Fehlens eines chronologischen Feeds, einer vollständigen Suchfunktion und Hashtags in der Kritik, was den Wettbewerb im Bereich der Nachrichten in Echtzeit erschwerte. Nach der Einführung dieser Tools und dem Start von Direktnachrichten (DMs) zeigte die Plattform jedoch ein rasantes Wachstum. Im Juni überschritt Threads offiziell die Marke von 500 Millionen monatlich aktiven Nutzern.

Das Unternehmen betont, dass Live-Chats ein einzigartiges Merkmal sind, das der Hauptkonkurrent nicht bietet. Täglich werden auf der Plattform Hunderte solcher Räume erstellt, die Tausende von Zuschauern anziehen.

Die Entwickler haben auch zukünftige Updates angekündigt, auf die Content-Ersteller am meisten warten. In naher Zukunft werden „Live-Chats' eine vollständige Desktop-Unterstützung erhalten, und innerhalb der Dialoge wird die Möglichkeit eingeführt, wichtige Nachrichten oben auf dem Bildschirm zu fixieren.