Der Chief Technology Officer (CTO) von Meta, Andrew Bosworth, äußerte Anfang Juli 2026 während einer internen Veranstaltung eine harte Haltung bezüglich der Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) durch die Mitarbeiter des Unternehmens. Nach seiner Ansicht sollen KI-Tools ausschließlich dazu dienen, das Volumen der erledigten Aufgaben zu erhöhen und neue Produkte zu schaffen, nicht jedoch, um die Arbeitszeit zu verkürzen oder zusätzliche freie Tage zu ermöglichen.
KI als Instrument zur Intensivierung der Arbeit
Der Vorfall ereignete sich, als ein Mitarbeiter fragte, ob der durch KI ermöglichte Produktivitätsanstieg genutzt werden könne, um mehr Freizeit zu gewinnen. Konkret schlug der Arbeitnehmer vor, das Programm «Meta Days» wieder einzuführen, das Mitarbeitern zuvor zusätzliche freie Tage ermöglichte. Bosworth lehnte diese Idee kategorisch ab. Er erklärte, dass die durch Technologien gewonnene zusätzliche Zeit, trotz der Komplexität der Arbeit, in die Entwicklung «noch mehr Produkte für die Nutzer» investiert werden müsse.
«Ich hoffe, wir nutzen unsere zusätzliche Zeit, um noch mehr großartige Dinge für die Menschen zu schaffen, die täglich unsere Programme nutzen. Milliarden von Menschen nutzen unsere Produkte jeden Tag. Ich habe eine zusätzliche Stunde. Wissen Sie, was ich damit mache? Ich werde sie dafür nutzen», betonte der CTO. Er riet dem fragenden Mitarbeiter, «aufzuhören, Fragen über „Meta Days“ zu stellen. Das ist sehr dumm».
Karriererisiken und die «Härte» der Antwort
Bosworth begründete seine Position aus Sicht des Karrierefortschritts. Er bemerkte ironisch: «Fragen Sie Ihre Eltern: Wenn ich jedes Mal, wenn ich mit dem Chef spreche, nach zusätzlichen freien Tagen bitte – wie sieht das strategisch für die Karriere aus?». Später jedoch drückte der CTO Bedauern darüber aus, «zu scharf» geantwortet zu haben, und gab zu, die Frage als ironisch gemeint interpretiert zu haben.
Von Bedeutung ist der Kontext der aktuellen Personalpolitik von Meta. Die Mitarbeiter des Unternehmens erhalten vier Wochen Urlaub pro Jahr sowie freie Tage an gesetzlichen Feiertagen. Das Programm «Meta Days» wurde zuvor durch zwei freie Tage nach Wahl ersetzt, die die Arbeitnehmer nach eigenem Ermessen nehmen können. Daher wurde die Forderung nach der Wiedereinführung des alten Programms vom Management ablehnend aufgenommen.
Widersprüchliche Daten
Die Frage nach dem Einfluss der Künstlichen Intelligenz auf die Arbeit bleibt Gegenstand heftiger Debatten in der Gesellschaft und der Geschäftswelt. Es gibt bisher keine einheitliche Meinung darüber, wie KI den Arbeitsprozess genau verändern wird. Nach einer Theorie wird die Technologie den Menschen helfen, mehr zu verdienen und gleichzeitig an mehreren Arbeitsplätzen zu arbeiten, was der Position von Andrew Bosworth entspricht. Andere Experten und gesellschaftliche Aktivisten sind der Ansicht, dass Automatisierung den Menschen Zeit freimachen sollte, die sie mit ihren Liebsten verbringen können.
Insbesondere glaubt Amazon-Gründer Jeff Bezos, dass in der Ära der KI die Zahl der Haushalte mit einem einzigen Ernährer steigen wird, was indirekt auf die Möglichkeit einer Verkürzung der gesamten Arbeitszeit oder einer Änderung des Beschäftigungsmodells hindeutet. Gleichzeitig zeigt die von Bosworth geäußerte Position von Meta das Bestreben der Technologiegiganten, den Ertrag aus der Einführung neuer Tools zu maximieren, ohne dabei die Anforderungen an die Mitarbeiter zu senken.
Meta-Strategie im Jahr 2026
Die Aussage von Bosworth spiegelt die allgemeine Strategie des Unternehmens wider, das sich unter dem Einfluss der KI in einer Phase aktiver Transformation befindet. Angesichts des harten Wettbewerbs und der Notwendigkeit, Milliarden von Nutzern zu halten, betrachtet das Management von Meta KI nicht als Mittel, um das Leben der Ingenieure zu erleichtern, sondern als Hebel, um die Entwicklung und Skalierung von Produkten zu beschleunigen. Dies stellt die Mitarbeiter vor die Aufgabe, sich an neue Realitäten anzupassen, in denen Arbeitseffizienz zum Schlüsselfaktor für den Karriererfolg wird.