Das Unternehmen Meta hat eine geschlossene Präsentation eines umfassenden Updates seines proprietären Videoeditors Edits abgehalten. Die App, die als Hauptkonkurrent des beliebten CapCut positioniert ist, verfügt nun über eine vollwertige Desktop-Version und einen integrierten virtuellen Assistenten auf Basis künstlicher Intelligenz.
KI-Integration und Instagram-Analytik
Die Schlüsselneuheit von Edits ist ein eingebauter KI-Modul. Content-Ersteller müssen sich nun nicht mehr zu externen Chatbots umschalten, um nach Ideen zu suchen: Der Brainstorming-Prozess findet direkt innerhalb der Schnittsoftware statt.
Der Assistent ist direkt mit der internen Analytik des Benutzerprofils auf Instagram verbunden. Der Algorithmus analysiert Diagramme zur Zuschauerbindung (Video-Retention), die Dynamik der Aufrufe und das Verhalten der Follower. Auf Basis dieser Daten erklärt das System, welche Momente im Video die Zuschauer dazu bringen, weiter in den Feed zu scrollen, und welche ihre Aufmerksamkeit halten.
Der Roboter analysiert nicht nur die Vergangenheit, sondern schlägt auch fertige Ideen für zukünftige Videos vor und wählt passende Audiospuren aus, die derzeit auf dem Höhepunkt der Trends liegen. Mit diesem Instrument versucht Meta, Blogger in seinem Ökosystem zu halten und konkurriert mit ähnlichen Inspiration-Paneelen in der YouTube Studio und den Algorithmen von TikTok.
Desktop-Version und Cloud-Synchronisation
Bisher existierte Edits ausschließlich in mobilen Versionen für iOS und Android. Der Start einer vollwertigen Version für Desktop-Computer soll die Bedürfnisse von Autoren erfüllen, die mit komplexen, mehrschichtigen Schnittarbeiten arbeiten.
Die Entwickler betonen, dass ein großer Bildschirm eine präzisere Kontrolle der Zeitleiste (Timeline), die Durchführung von Farbkorrektur und die Arbeit mit komplexer Animation ermöglicht. Diese Lösung wird es dem Tech-Giganten ermöglichen, auf dem Markt für PC-Software direkt mit CapCut zu konkurrieren, das bereits vor langer Zeit seinen Desktop-Client eingeführt hat.
Ein wichtiger Aspekt des Updates war die nahtlose Cloud-Synchronisation. Ein Content-Ersteller kann die Schnittarbeit unterwegs auf dem Smartphone beginnen und das detaillierte Mischen und Überlagern von Effekten am Computer beenden, ohne Fortschrittsverluste und ohne die Notwendigkeit, große Dateien zu übertragen.
Neue Funktionen und Tests
Ein Teil der neuen Funktionen steht den Nutzern bereits zur Verfügung. In Edits gibt es nun einen speziellen Reiter „Beta“, auf dem Entwickler experimentelle Tools in frühen Entwicklungsstadien veröffentlichen, um Feedback von der Community zu sammeln und Updates zu beschleunigen.
Der Analytik-Block wurde erheblich aktualisiert: Jetzt sind detaillierte Demografie-Daten der Zielgruppe und genaue Diagramme der Spitzenaktivität der Zuschauer im Tagesverlauf sichtbar. Es gibt eine Funktion zur Suche nach Themen im Inspiration-Feed und ein Tool zum Erstellen mehrerer Varianten eines Videos. Dies ermöglicht geschlossene Split-Tests, bei denen verschiedene Cover oder Vorlagen vor der endgültigen Veröffentlichung bewertet werden können.
Laut Meta weisen Videos, die in Edits geschnitten wurden, eine um 10 % höhere Speicherrate auf und werden von Nutzern um 2 % häufiger geteilt. Der KI-Assistent befindet sich derzeit in der Phase der geschlossenen Tests, und die PC-Version wird in Kürze für alle verfügbar sein.