In der Technologiebranche entbrennt ein Skandal, der die Grenzen zwischen ziviler Elektronik und Instrumenten staatlicher Kontrolle verwischt. Es hat sich herausgestellt, dass Meta, einer der weltweit größten Tech-Giganten, Software zur Gesichtserkennung des Unternehmens Rank One Computing verwendet hat. Dieser Start-up, der kürzlich an der Nasdaq notiert wurde, ist ein direkter Lieferant von Überwachungssystemen für das US-Verteidigungsministerium, das FBI und die CIA.
Eine Untersuchung des Magazins Wired, die von RBC-Ukraine veröffentlicht wurde, zeigte, dass die Integration von Militärsoftware in Consumer-Gadgets tiefer ging als angenommen. Etwa 80 % der Einnahmen von Rank One Computing stammen aus staatlichen Aufträgen der USA. Ihre Technologien werden bereits vom US-Marshal Service zur Identifizierung von Gefangenen ohne Fingerabdrücke sowie vom Naval Criminal Investigative Service (NCIS) eingesetzt.
Militäralgorithmen im Smartphone
Besonders beunruhigend ist die Tatsache, dass Meta ein System lizenzierte, das in der Lage ist, das Gesicht einer Person aus einer Entfernung von bis zu einem Kilometer zu identifizieren. Diese Technologie wurde im Auftrag des US-Spezialkräftekommandos entwickelt. Die Lizenz erlaubte es Meta, diese Militäralgorithmen in Kombination mit einem System zur Erkennung von Lebendigkeit (Liveness Detection) zu verwenden, das einen echten Menschen von einem Foto oder einer Maske unterscheidet.
Die Datenbank, die über diese Lizenz verfügbar war, war für die Unterstützung von bis zu 10 Millionen digitalen Gesichtsvorlagen ausgelegt. Journalisten, die den Code der Meta AI-Anwendung – des Begleiters für die Ray-Ban-Smartbrillen – analysierten, stellten fest, dass Elemente der Integration der Rank-One-Software lange Zeit in den App-Versionen vorhanden waren. Sie wurde auf mehr als 50 Millionen Smartphones von normalen Nutzern heruntergeladen. Die Softwaremodule befanden sich im Ruhezustand und warteten auf die Aktivierung.
Das interne Gesichtserkennungssystem von Meta trug den Codenamen NameTag. Die breite Öffentlichkeit hatte jedoch keine Gelegenheit, diese Funktion zu nutzen. Am 5. Juni 2026 entfernte Meta den gesamten Spionagecode aus der Anwendung.
Verbindungen zur Aufklärung und Probleme mit der Genauigkeit
Vertreter der Tech-Korporation lehnten es ab, Fragen der Journalisten zu Details der Zusammenarbeit mit Rank One, der Laufzeit des Vertrags und den Gründen für die Lizenzierung von Militärsoftware zu beantworten. Das Management von Rank One enthielt sich ebenfalls von Kommentaren. Die Unternehmensstruktur wirft jedoch Fragen auf: Das Führungsteam besteht aus ehemaligen hochrangigen Mitarbeitern amerikanischer Geheimdienste. Der CEO Scott Swann leitete zuvor das biometrische Abteilung des FBI, und im Aufsichtsrat sitzen der ehemalige stellvertretende Direktor der CIA für Wissenschaft sowie der ehemalige Leiter der wissenschaftlich-technischen Abteilung des FBI.
Eine zusätzliche Risikofaktoren ist, dass die Algorithmen von Rank One während der Tests des National Institute of Standards and Technology (NIST) der USA unterschiedliche Genauigkeitswerte zeigten. Das System lieferte je nach Geschlecht und Herkunft des Menschen fehlerhafte Ergebnisse: Es erkannte am besten Personen, die in Osteuropa geboren wurden, während der Fehleranteil bei der Identifizierung von Frauen rapide stieg.
Experten für Datenschutz schlagen Alarm: Dieser Fall zeigt, wie dünn die Grenze zwischen Instrumenten der totalen Überwachung und Gadgets geworden ist, die in jedem Elektronikgeschäft verkauft werden. Analysten warnen, dass die unkontrollierte Integration leistungsstarker militärischer KI-Technologien in alltägliche Accessoires zu unvorhersehbaren und gefährlichen Folgen für die Privatsphäre der Gesellschaft führen könnte.