Der größte Tech-Konzern der Welt, Meta, hat den leisen Start einer neuen mobilen App namens Pocket begonnen. Das Tool, das es Nutzern ermöglicht, Mini-Spiele zu erstellen, ohne Code schreiben zu müssen, ist bereits in den Google Play- und App-Stores verfügbar. Allerdings hat das Unternehmen noch keine offiziellen Ankündigungen zum Release gemacht und die Testregionen eingeschränkt.
Als Erster fiel dem Reverse-Engineer Alessandro Paluzzi das Erscheinen des neuen Produkts in den App-Stores auf. Laut Analysedaten erfolgte der Release auf beiden Plattformen bereits am 29. Juni, doch Meta entschied sich für eine Strategie des versteckten Rollouts.
Die Wiederbelebung des Gizmo-Projekts
Die technische Analyse des Codes der neuen App deutet darauf hin, dass Pocket das direkte Ergebnis der Übernahme eines anderen bekannten Projekts ist. Anfang dieses Jahres hat Meta das Entwicklungsteam des Startups Gizmo vollständig aufgekauft – einer Plattform, die interaktiven Inhalt auf der Grundlage von Text-Prompts generierte.
Die Verbindung zwischen dem alten und dem neuen Produkt zeigt sich in den Details:
- Terminologie. In der Beschreibung der App bezeichnet sich Pocket offiziell als Kreativplattform zur Erstellung und Verbreitung von „Gizmos“. Genau so hießen die KI-Spiele im ursprünglichen Startup.
- Systemname. Im Code für den Google Play Store ist der App-Identifikator als com.facebook.gizmo hinterlegt, was die Nutzung der Erkenntnisse des aufgekauften Teams bestätigt.
Strategie des weichen Starts
Auf der offiziellen Support-Seite von Meta erschien eine Erklärung, dass die App Pocket derzeit nicht in allen Regionen verfügbar ist. Das Unternehmen nutzt die Praxis des Soft Launches. Dies ist ein Standardverfahren zum Testen der Serverlast und zum Sammeln erster Feedbacks auf einer begrenzten Anzahl von Märkten vor dem globalen Start.
Das Erscheinen von Pocket spiegelt die allgemeine Strategie von Meta im letzten Jahr wider, die darauf abzielt, generative Künstliche Intelligenz aggressiv in alle Verbraucherdienste zu integrieren. Von „Masken“ in sozialen Netzwerken bis hin zu eigenständigen Kreativtools – der Tech-Gigant strebt danach, KI in die alltägliche Nutzererfahrung zu integrieren.
Die genaue Liste der Länder, in denen die App bereits funktioniert, sowie die Zeitpläne für den globalen Release, kommentiert Meta derzeit noch nicht.