Der Markt für die Vermietung von Rechenzentren für künstliche Intelligenz gewinnt weiter an Dynamik, und diesmal steht Meta im Mittelpunkt. Laut Berichten der New York Times erwägt die Gesellschaft ein Angebot des KI-Entwicklers Anthropic zur Anmietung eines ihrer Rechenzentren im Bundesstaat Georgia. Der Wert des Deals könnte über einen Zeitraum von zwei Jahren bis zu 10 Milliarden US-Dollar betragen.
Details der Verhandlungen mit Anthropic
Die Initiative geht vom Mieter aus: Anthropic hat Meta bereits im Juni mit einem Angebot kontaktiert, und die Verhandlungen laufen bis heute. Sollten sich die Parteien einigen, sieht der Vertrag monatliche Zahlungen mit steigendem Gesamtbetrag vor. Ein wichtiger Aspekt des Deals ist seine Flexibilität: Im Vertrag wird eine vorzeitige Kündigung durch beide Vertragsparteien vorgesehen.
Gegenwärtig gibt es keine Garantie für den Abschluss des Deals, doch allein die Tatsache, dass ein solches Volumen diskutiert wird, deutet auf eine strategische Wende der Tech-Giganten hin. Für Meta könnte dies ein wichtiges Signal für Investoren sein, das neue Wege zur Monetarisierung der Infrastruktur vor dem Hintergrund eines explosionsartigen Anstiegs der Investitionsausgaben aufzeigt.
Kontext des Deals: Das Beispiel SpaceX
Der Fall von Meta ist vor dem Hintergrund der aktuellen Markttrends nicht einzigartig. Im Mai hat Anthropic bereits einen ähnlichen Deal mit SpaceX abgeschlossen. Elon Musk hat sich bereit erklärt, ein Rechenzentrum im Bundesstaat Tennessee für drei Jahre zu vermieten. Die monatlichen Zahlungen in Höhe von 1,25 Milliarden US-Dollar sollen dem Startup von Musk einen Umsatz von 45 Milliarden US-Dollar einbringen. Wie auch im Falle des möglichen Deals mit Meta sieht der Vertrag mit SpaceX die Möglichkeit vor, den Deal auf Initiative einer der Parteien mit einer Frist von 90 Tagen zu kündigen.
Die Strategie von Mark Zuckerberg
Mark Zuckerberg hat zuvor zugegeben, dass Meta regelmäßig Angebote zur Anmietung oder zum Kauf fertiger Rechenzentren erhält. Bis vor kurzem lehnte das Unternehmen solche Geschäfte ab und begründete dies mit dem eigenen dringenden Bedarf an der Ausweitung der Rechenkapazitäten. Doch die Situation ändert sich.
Zuckerberg betonte, dass Meta bei Vorhandensein von Infrastrukturüberschüssen nicht zögern werde, entsprechende Verträge abzuschließen. Dieses Selbstvertrauen ermöglicht es dem Unternehmen, mutiger in den Bau neuer Kapazitäten zu investieren, da es weiß, dass diese in jedem Fall genutzt werden – entweder für eigene Zwecke oder zur Vermietung.
Anstieg der Investitionsausgaben
Die Aktualität der Frage der Monetarisierung von Rechenzentren steht in direktem Zusammenhang mit den Finanzkennzahlen des Unternehmens. In diesem Jahr plant Meta, 145 Milliarden US-Dollar für Investitionsausgaben auszugeben, was mehr als das Doppelte des Vorjahres darstellt. Die Demonstration einer Rendite aus der Vermietung von Kapazitäten könnte ein nützliches Instrument sein, um solche massiven Investitionen gegenüber den Aktionären zu rechtfertigen.
Flexibilität auf dem Markt: Meta als Mieter
Interessanterweise vermietet Meta nicht nur seine eigenen Kapazitäten, sondern mietet diese auch aktiv bei anderen Akteuren an und zeigt damit eine hohe strategische Flexibilität. Im April schloss das Unternehmen einen Vertrag mit CoreWeave über 21 Milliarden US-Dollar ab und im März mit Nebius (gegründet von Arkadi Wolozh) über 27 Milliarden US-Dollar. Dieser Ansatz ermöglicht es Meta, die Ausgaben zu optimieren, da die Preise für die Anmietung von Rechenzentren seit Abschluss dieser Verträge erheblich gestiegen sind.