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title: "Mieten fressen Einkommen: Wie Westukraine zur teuersten Region für Vertriebene wurde"
description: "Die westlichen Regionen der Ukraine sind zum teuersten Ziel für Wohnraumvermietung geworden: Die Preise stiegen um 20–30 %, während der Anstieg in Kiew nur 6 % betrug. Binnenvertriebene müssen bis zu 75 % ihres Gehalts für Miete aufwenden und sparen bei Essen und Kleidung. 🏠📉"
date: 2026-07-29T07:58:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/mieten-fressen-einkommen-westukraine-teuerste-region-fuer-vertriebene
tags: [ukraine, lviv, kharkiv, internal-displacement, rental-market]
publisher: "XAB.info"
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# Mieten fressen Einkommen: Wie Westukraine zur teuersten Region für Vertriebene wurde

![Hand hält einen Schlüsselbund vor einer Tür, symbolisiert Wohnungsmiete und steigende Kosten in Westukraine für Vertriebene](https://xab.info/media/2026/07/29/rental-prices-surge-in-western-ukraine/rental-prices-surge-in-western-ukraine-1.webp)

Der Krieg hat die Landkarte des ukrainischen Immobilienmarktes grundlegend verändert. War die Hauptstadt früher der Hauptmagnet für Migranten, so sind heute die westlichen Gebiete zum Epizentrum des Preisanstiegs geworden. Während der Immobilienmarkt in Kiew relative Stabilität zeigt, wird es in den sichereren Regionen immer schwieriger, selbst bescheidenen Wohnraum zu mieten, und die Preise verschlingen den Löwenanteil der Einkommen der Bürger.

### Der Westen überholt die Hauptstadt beim Preisanstieg

Viele Ukrainer, die Sicherheit suchen, ziehen massenhaft in den Westen des Landes, doch sich dort eine Unterkunft leisten zu können, wird für immer weniger Menschen möglich. Im letzten Jahr stiegen die Mietpreise in den westlichen Regionen deutlich schneller als in Kiew. Laut Ljudmyla Kyryuchyna, Leiterin des Unternehmens „LUN Statistics“, war die Situation in der Hauptstadt ein hemmender Faktor: Aufgrund von Sicherheitsbedrohungen kam der Markt im Winter vorübergehend zum Erliegen, und im Frühjahr wurde sogar ein lokaler Preisrückgang beobachtet.

In den westlichen Städten blieb die Nachfrage stabil hoch, was die Mietpreise nach oben trieb. Die Statistik verzeichnete folgende Veränderungen:

- In Uschhorod stiegen die Mieten für Einzimmerwohnungen um 19 % auf 22.500 Hrywnja.

- In Iwano-Frankiwsk betrug der Anstieg 22 % – auf 18.000 Hrywnja.

- In Lwiw sprangen die Preise um 29 % auf 22.500 Hrywnja.

Zum Vergleich: In Kiew stieg der Medianmietpreis im selben Zeitraum nur um 6 %.

### Kolossale Belastung für das Haushaltsbudget

Der Preisanstieg erzeugt eine kritische Belastung für die Haushaltsökonomie. In Lwiw, Uschhorod und Iwano-Frankiwsk entspricht die Miete für eine Einzimmerwohnung etwa 66–75 % des durchschnittlichen lokalen Gehalts. Das bedeutet, dass mehr als die Hälfte des Verdienstes nur für ein Dach über dem Kopf ausgegeben wird.

Am stärksten betroffen von dieser Situation sind Binnenvertriebene (BVL). Laut Anastasia Bobrowa, Direktorin des Zentrums Cedos, mieten 68 % der Menschen, die sich nach dem 24. Februar 2022 gezwungen sahen, umzuziehen, eine Unterkunft. Gleichzeitig sind unter denen, die ihren Wohnort nicht gewechselt haben, nur 8 % Mieter.

### Einsparungen bei Essen und Kleidung

Mieten werden zu einer unerschwinglichen Last, insbesondere für Familien mit mittlerem oder niedrigem Einkommen. Laut Umfragen von Cedos gaben 2024 43 % der Befragten mehr als ein Drittel ihres Einkommens für Wohnraum aus. 2025 blieb dieser Trend bestehen und verschärfte sich: Unter Familien mit geringem Einkommen geben 16 % mehr als die Hälfte ihres Budgets für Miete aus.

Dies zwingt die Menschen zu extremen Maßnahmen. Aufgrund der hohen Mietpreise sparen 38 % der Familien beim Essen und 42 % bei der Kleidung, um unter Bedingungen zu überleben, in denen Sicherheit zu teuer ist.