Im ukrainischen Informationsraum entbrennt erneut eine Kampagne, deren Ziel es ist, Panik zu säen und die Gesellschaft zu spalten. Diesmal steht das Thema Arbeitsmigration im Fokus. Russische Propagandisten versuchen mit Hilfe von KI-Tools und groben Manipulationen, die Bürger davon zu überzeugen, dass der Staat plant, Ukrainer an der Front und im Hinterland massenhaft durch Ausländer zu ersetzen.

Der virale Fake

Die Leiterin des Staatlichen Migrationsdienstes, Natalja Naumenko, enthüllte die Details dieses Informationsangriffs. Ihrer Meinung nach gewann die künstlich erzeugte Desinformationswelle Ende Januar 2025 an Fahrt. Auslöser für die Gerüchte war ein lokaler Fall in der Oblast Transkarpatien: Ein Unternehmen in Tschatschew plante, aufgrund eines akuten Personalmangels 160 Staatsangehörige aus Bangladesch einzustellen.

Doch die Realität wich weit von den propagandistischen Parolen ab. Das Unternehmen erhielt nie die erforderlichen Genehmigungen, die Rekrutierung wurde abgesagt und kein einziger ausländischer Arbeiter überschritt die Grenze. Dennoch zitieren russische Medien diesen Vorfall weiterhin als Beweis für den „Masseneintransport von Migranten“ und ignorieren dabei die tatsächliche Absage des Projekts.

Die fünfte Welle des Informationskriegs

Experten des GMS prognostizieren, dass die antimigrantische Kampagne des Feindes in ihre fünfte Phase eingetreten ist. Ein neuer Anstieg von Fakes, die mit Hilfe von neuronalen Netzen erstellt wurden, wird für den Zeitraum vor der zweiten Lesung des Gesetzentwurfs Nr. 14211 zur Beschäftigung von Ausländern erwartet.

„Die Narrative, dass angeblich eine Politik betrieben wird, unsere Jungs an der Front durch Migranten zu ersetzen, die hierherkommen und hier leben werden – das ist absolute Unwahrheit. Eine solche Politik gibt es im Staat nicht und wird auch nicht betrieben“, betonte Naumenko kategorisch.

Umfang des Angriffs und die reale Lage

Experten des Zentrums für strategische Kommunikation verzeichnen Anzeichen einer geplanten Operation. Allein in den ersten zehn Tagen des Mai 2026 wurden in Telegram und TikTok rund 22.000 Materialien mit antimigrantischer Rhetorik veröffentlicht, die fast 50 Millionen Aufrufe generierten. Im Arsenal des Feindes befinden sich alles von Memes und generierten Fotos von „Ausländern in den TCC“ bis hin zu Aufrufen zum Boykott der Arbeitsmigration.

Das Kabinett der Minister betont, dass derzeit die Rückkehr von Ukrainern, die ins Ausland gereist sind, Priorität hat. Die Frage der Anwerbung von Migranten steht derzeit nicht auf der Tagesordnung. Analysten des Arbeitsmarktes warnen jedoch: Nach Ende des Krieges wird die Ukraine das Problem des Personalmangels lösen müssen, das aufgrund demografischer Verluste nur noch verschlimmert werden wird. Derzeit ist die wichtigste Waffe gegen diese Bedrohung kritisches Denken und die Fähigkeit, reale Fakten von digitalen Manipulationen zu unterscheiden.