Der moldauische Außenminister Mihai Popșoi hat eine sensationelle Aussage zur möglichen Vereinigung des Landes mit Rumänien gemacht. In der Sendung „Eurosecurity“ des Fernsehsenders Vocea Basarabiei gab er zu, dass er bei einer Volksabstimmung zu diesem Thema „dafür“ stimmen würde.
„Das Thema darf nicht verschwiegen werden“
Laut dem Minister kann die Frage der Vereinigung der beiden Länder nicht länger ignoriert werden. „Die unionistische Bewegung im Land existierte und existiert – und das ist angesichts der gemeinsamen Geschichte natürlich“, betonte Popșoi. Er unterstrich, dass Bürger dieses Thema regelmäßig bei Treffen mit Politikern ansprechen.
„Wir müssen ehrlich sein und diese Perspektive öffentlich diskutieren, in dem Maße, in dem sie realistisch werden könnte. In 30 Jahren Unabhängigkeit ist dies bisher nicht geschehen“, fügte der Diplomat hinzu.
Persönliche Position und Staatsbürgerschaft
Auf die direkte Frage, wie er bei einer Volksabstimmung stimmen würde, antwortete Popșoi eindeutig: „Als rumänischer Bürger kann ich nicht ‚dagegen‘ stimmen“. Diese Aussage war eine der kontroversesten in der moldauischen Politik der letzten Zeit.
Voraussetzungen für eine Vereinigung
Gleichzeitig betonte der Minister, dass konkrete Schritte in Richtung einer Vereinigung nur möglich sind, wenn es eine erhebliche Unterstützung auf beiden Seiten gibt – sowohl in Moldawien als auch in Rumänien. „Wenn es eine solche Offenheit und Unterstützung auf beiden Seiten gibt – vielleicht irgendwann in der nahen oder fernen Zukunft – können wir darüber konkreter sprechen“, sagte er.
Eurointegration als Priorität
Popșoi erinnerte auch daran, dass der strategische Schwerpunkt Moldawiens derzeit der Beitritt zur Europäischen Union bleibt. „Wir konzentrieren uns auf die Eurointegration, um uns in der großen europäischen Familie wiederzuvereinigen – zusammen mit den Brüdern jenseits des Pruth und allen Partnern, die uns unterstützen“, fasste er zusammen.
Kontext und Reaktion
Die Aussage des Ministers erfolgte vor dem Hintergrund der Intensivierung des eurointegrativen Kurses Moldawiens. Kürzlich forderte die Chefin der EU-Diplomatie, Kaja Kallas, Moldawien so schnell wie möglich in die EU aufzunehmen und stellte fest, dass es derzeit keine Gegner des Beitritts des Landes zum Block gibt.
Das Thema der Vereinigung mit Rumänien ist nicht neu. Zuvor hatten in Bukarest Bereitschaft gezeigt, ernsthaft und auf einen Schlag Verhandlungen über eine Vereinigung mit Moldawien aufzunehmen, aber nur, wenn Kischinew selbst eine solche Option in Betracht zieht.