Winterliche Stromausfälle stellen eine schwere Bedrohung für Mehrfamilienhäuser dar, insbesondere für Hochhäuser, in denen der Ausfall von Pumpen und Heizungsanlagen zum Einfrieren der Heizungssysteme führen kann. Da die Verantwortung der Versorgungsunternehmen am Hauseingang endet, liegt die Sicherstellung der Autonomie ausschließlich auf den Schultern der Bewohner und Miteigentümer. Eine vollständige Ersatzstromversorgung erfordert massive finanzielle Investitionen in Millionenhöhe.

Bedrohungen der Heizperiode und erste Schritte

Die Hauptgefahr während saisonaler Stromausfälle ist die Unterbrechung der Wasser- und Wärmezirkulation im Gebäude. Ohne Strom fallen die Automatisierung individueller Wärmestationen, Pumpgruppen und Kesselhäuser sofort aus. Olena Svarichevska, Vorstandsvorsitzende der Kiewer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) „Syretsky Boyar“, stellt fest, dass die Bewohner in der Anfangsphase der Vorbereitung auf die Kälteperiode über die Installation leistungsstarker Wechselrichter nachdachten, detaillierte Berechnungen jedoch zeigten, dass diese nicht ausreichen, um die lebenswichtigen Funktionen des Gebäudes aufrechtzuerhalten.

Tatsächliche Kosten und Hybridkraftwerksprojekt

Als Ergebnis der Berechnungen wurde beschlossen, einen leistungsstarken Generator zu kaufen, um die winterlichen Spitzenlasten zu bewältigen. Die Gesamtkosten dieses Projekts beliefen sich auf rund 2,5 Millionen Hrywnja, wobei der durchschnittliche Zielbeitrag pro Wohnung etwa 6.000 Hrywnja betrug. Parallel dazu bewarb sich die WEG um die Teilnahme am städtischen Programm „70/30“, bei dem 70 % der Kosten vom lokalen Haushalt getragen und 30 % von den Bewohnern aufgebracht werden. Die Kosten für das Hybrid-Solarkraftwerksprojekt beliefen sich auf rund 6 Millionen Hrywnja.

Betriebskosten und Brennstoff

Zusätzlich zu den Investitionskosten für die Beschaffung von Geräten müssen die Bewohner regelmäßig Instandhaltungskosten tragen, insbesondere für Generatorbrennstoff. In den kältesten Monaten wurden die Treibstoffkosten auf der Grundlage des tatsächlichen Verbrauchs berechnet und als separater Posten in den Nebenkostenabrechnungen ausgewiesen. Im Durchschnitt mussten die Bewohner in zwei schwierigen Monaten monatlich etwa 300 Hrywnja pro Wohnung zuzahlen, da ein fester Betrag für Brennstoff nicht im Voraus festgelegt worden war.

Widersprüchliche Daten

Es ist erwähnenswert, dass städtische WEGs zwar eigenständig nach Millioneninvestitionen suchen und an Kofinanzierungsprogrammen teilnehmen, kritische Infrastruktureinrichtungen und regionale Wasserversorger in anderen Regionen jedoch zentral aus staatlichen oder behördlichen Reserven auf Notstromversorgung umgestellt werden. Dennoch verweisen Experten auf Diskrepanzen bei der Einschätzung der Wintertauglichkeit des Wohnungsbestands: Während Vertreter der Selbstverwaltung von einer hohen Aktivität der Bürger bei der Installation alternativer Energiequellen berichten, verweisen unabhängige Prüfer auf den Mangel an Mitteln in den meisten alten Hochhäusern.