Die britische Automarke Mini, die zum BMW-Konzern gehört, bereitet sich auf eine der bedeutendsten Veränderungen in ihrer Geschichte vor. Laut dem Magazin Autocar könnte die nächste Generation des legendären Mini-Cooper-Hatchbacks den traditionellen Vorderradantrieb zugunsten eines Heckantriebs aufgeben. Diese Entscheidung würde die radikalste Wende für die Marke seit dreißig Jahren darstellen und ihre technische Philosophie grundlegend verändern.

Das Ende des Vorderradantriebs-Zeitalters

Seit der Wiederbelebung der Marke im Jahr 2001 wurden alle Mini-Modelle auf einer Plattform mit Vorderradantrieb gebaut. Im Jahr 2026 erwägen die Ingenieure von BMW jedoch einen Wechsel zu einer neuen Architektur. Das aktuelle vierte поколение des Mini Cooper, das 2024 auf den Markt kam, wurde sowohl in Benzin- als auch in Elektroversionen angeboten. Obwohl sein direkter Konkurrent als Fiat 500e galt, zwang die Preispolitik Mini, mit größeren und technologisch fortschrittlicheren Modellen wie dem Peugeot e-208 und Cupra Born zu konkurrieren.

Als Reaktion auf den harten Wettbewerb hat die Markenleitung bereits Maßnahmen zur Preissenkung ergriffen und ein bevorstehendes Facelift des aktuellen Modells angekündigt. Dennoch sieht der mittelfristige strategische Plan einen vollständigen Verzicht auf die alte Basis zugunsten einer neuen Plattform vor.

Technologische Basis: BMW-Plattform Gen 6

Der Schlüsselfaktor für den Wechsel des Antriebs ist die Integration von Mini in das allgemeine BMW-Ökosystem. In Zukunft wird der Hatchback auf die neue Plattform „Gen 6“ (Generation 6) wechseln, die von der Muttergesellschaft entwickelt wurde. Diese Architektur wurde ursprünglich für die BMW-Elektrofahrzeugfamilie „Neue Klasse“ (Neue Klasse) entwickelt, einschließlich des SUV iX3 und des zukünftigen i3-Sedans.

Wichtig ist, dass die Plattform Gen 6 ausschließlich für eine Heckantriebskonfiguration konzipiert wurde. Die Ingenieure von BMW planen nicht, eine separate kompakte Getriebeeinheit für die Vorderachse zu entwickeln, was die Beibehaltung des Vorderradantriebs auf der neuen Basis unmöglich macht. Dies zwingt Mini, sein jahrzehntealtes Konzept des „Rennwagens für die Stadt“ zu überdenken.

Von der chinesischen Partnerschaft zu den deutschen Wurzeln

Gegenwärtig wird die Elektroversion des Mini Cooper in China auf einer speziellen Plattform produziert, die gemeinsam mit Great Wall Motor entwickelt wurde. Diese Basis wird auch für den Crossover Aceman verwendet. Die Strategie von BMW zielt jedoch auf Vereinheitlichung und die Rückgewinnung der Kontrolle über Schlüsseltechnologien ab.

Der Wechsel auf die Plattform Gen 6 wird es Mini nicht nur ermöglichen, den Antrieb zu ändern, sondern auch die Dynamik des Fahrzeugs zu steigern und es den sportlichen Eigenschaften anzunähern, die für klassische BMW-Modelle typisch sind. Diese Entscheidung wird auch die Produktionsketten vereinfachen und die Entwicklungskosten langfristig senken.

Widersprüchliche Daten

Obwohl die Quelle Autocar den Wechsel auf Heckantrieb für sicher hält, gibt es Nuancen bei der Interpretation der Zeitpläne und des Umfangs der Änderungen. Einerseits wird behauptet, dies werde die „radikalste Wende seit 30 Jahren“ sein. Andererseits wird die aktuelle Generation (2024) noch aktiv verkauft und auf ein Facelift vorbereitet, was eine zeitliche Lücke zwischen der alten und der neuen Strategie schafft.

Außerdem ist unklar, ob der Heckantrieb auf alle Versionen des zukünftigen Mini angewendet wird oder ob die Benzinvarianten den Vorderradantrieb auf der alten Plattform während der Übergangsphase beibehalten werden. Bisher wurde nur die Absicht bestätigt, die Plattform Gen 6 für Elektrofahrzeuge zu verwenden, was einen Heckantrieb impliziert, aber die Details der Umsetzung für das gesamte Modellprogramm bleiben Gegenstand von Diskussionen.