Das Gesundheitsministerium der Ukraine hat beschlossen, die Regeln für den Umgang mit elektronischen Dokumenten im Gesundheitswesen zu ändern. Die neuen Vorschriften sollen Patienten von unnötiger Bürokratie und der Notwendigkeit befreien, mehrere Ärzte aufsuchen zu müssen, um ein einziges Dokument zu erhalten. Der Prozess der Ausstellung von Rezepten und Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen wird nun direkter und logischer.
Allergologen erhalten das Recht, elektronische Rezepte auszustellen
Eine der wichtigsten Änderungen ist die Erweiterung der Liste der Spezialisten, die befugt sind, im Rahmen des Rückerstattungsprogramms „Zugängliche Medikamente' elektronische Rezepte auszustellen. Zu dieser Liste wurden offiziell Ärzte für Allergologie, einschließlich Kinderallergologen, aufgenommen.
Bisher mussten Patienten, die sich bei einem spezialisierten Allergologen behandeln ließen, oft erneut zu ihrem Hausarzt gehen, nur um ein Rezept für die notwendigen Medikamente ausstellen zu lassen. Dies betraf Medikamente zur Behandlung chronischer Erkrankungen der unteren Atemwege sowie einer Reihe von Stoffwechsel-, Autoimmun- und Entzündungskrankheiten.
Mit der Einführung der Neuerungen hat sich die Situation geändert: Jetzt erhält der Patient während des Besuchs beim Allergologen sofort ein elektronisches Rezept. Das Gesundheitsministerium betont, dass eine Überweisung zum Hausarzt ausschließlich zur Ausstellung eines Rezepts nach einer Konsultation bei einem Facharzt als unzweckmäßig gilt und nicht den gesetzlichen Anforderungen entspricht.
Krankschreibung nun auch in der Notaufnahme möglich
Erhebliche Änderungen betreffen auch die Ausstellung von ärztlichen Bescheinigungen über vorübergehende Arbeitsunfähigkeit. Ärzte in den Abteilungen für Notfall- und Akuthilfe haben nun das Recht, elektronische Krankschreibungen eigenständig auszustellen.
Diese Neuerung erleichtert das Leben der Menschen, die sich mit Verletzungen oder akuten Erkrankungen in einem Krankenhaus vorstellen. Wenn der Zustand des Patienten ihn vorübergehend arbeitsunfähig macht, kann das erforderliche Dokument sofort während der Ersten Hilfe erhalten werden. Es ist nicht mehr notwendig, Zeit für Termine bei anderen Ärzten zu verschwenden, nur um eine Krankschreibung zu erhalten.
Anpassungen in der Onkologie und Nuklearmedizin
Das Gesundheitsministerium hat auch die Liste der Fachrichtungen aktualisiert, deren Vertreter Bescheinigungen über vorübergehende Arbeitsunfähigkeit für Patienten mit onkologischen Erkrankungen ausstellen können. Zur Liste wurde die Fachrichtung „Nuklearmedizin' hinzugefügt.
Zudem wurde eine Änderung im Namen der Fachrichtung „Strahlentherapie' vorgenommen, die durch den gültigen Begriff „Strahlenonkologie' ersetzt wurde. Dank dieser Anpassungen können Patienten die erforderlichen Dokumente direkt bei ihrem behandelnden Arzt erhalten, der ihre Behandlung und Betreuung durchführt, ohne unnötige Weiterleitungen.
Prinzip „Behandelnder Arzt ist ausstellender Arzt'
Im Gesundheitsministerium wurde die Logik der Änderungen erläutert: Elektronische Rezepte, Überweisungen und ärztliche Bescheinigungen müssen von genau dem Spezialisten ausgestellt werden, der die medizinische Hilfe direkt erbringt und die Indikationen für die Behandlung festlegt.
Das Gesundheitswesen bewegt sich in Richtung, dass der Patient alle erforderlichen Dokumente beim Arzt erhält, der seine Diagnose und Krankengeschichte kennt, und nicht bei einer administrativen Instanz in Form eines Hausarztes, zu dem man nur wegen einer Unterschrift gehen musste.
Finanzielle Aspekte von Krankschreibungen in der Ukraine
Neben der Vereinfachung der Ausstellungsvorgänge bleibt die Frage der Höhe der Leistungen bei Arbeitsunfähigkeit aktuell. In der Ukraine gibt es eine Kategorie von Bürgern, denen Zahlungen in Höhe von 100 % des Durchschnittslohns garantiert sind. Dazu gehören:
- Mitarbeiter mit einer Versicherungsdienstzeit von mehr als 8 Jahren;
- Kriegsveteranen;
- Opfer der Katastrophe von Tschernobyl;
- Angehörige gefallener Verteidiger;
- Mitarbeiter des Projekts Dія.City.
Auch bei Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten oder Mutterschaftsurlaub sind Zahlungen in Höhe von 100 % garantiert – unabhängig von der Berufserfahrung.
Ab dem 1. Januar 2026 ist im Land eine Erhöhung der maximalen Beträge für Krankschreibungen und Mutterschaftsleistungen geplant. Für Arbeitnehmer mit einer Versicherungsdienstzeit von weniger als sechs Monaten wird der maximale Betrag für Krankschreibungen 284,07 Hrywnja pro Tag und für Leistungen im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt 568,13 Hrywnja pro Tag betragen.