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title: "Plan B für Moldawien: Kischinau stellt erstmals den Szenario der Vereinigung mit Rumänien vor"
description: "Die Behörden Moldawiens haben erstmals offiziell einen „Plan B“ vorgestellt: ein Szenario der Vereinigung mit Rumänien. Vizepremier Eugen Osmoșco erklärte, dass diese Option geprüft werden würde, falls die europäische Integration des Landes nach 2028 ins Stocken gerät. 🇲🇩🇷🇴"
date: 2026-06-02T13:44:00.000Z
lang: de
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# Plan B für Moldawien: Kischinau stellt erstmals den Szenario der Vereinigung mit Rumänien vor

![Rumänische Flagge vor einem Hafenhintergrund, die eine mögliche Vereinigung mit Moldawien symbolisiert](https://xab.info/media/2026/06/02/molodova-plan-b-obedinenie-s-rumyniei/molodova-plan-b-obedinenie-s-rumyniei-1.webp)

Im politischen Diskurs Moldawiens hat sich eine bedeutende Transformation vollzogen: Die Regierung der Republik hat erstmals offen erklärt, bereit zu sein, ein Szenario der Vereinigung mit Rumänien zu prüfen. Bisher blieb dieses Thema im Hintergrund, doch nun wurde es als strategische Alternative in den Vordergrund gerückt.

Ein entscheidender Moment war die Aussage des moldawischen Vizepremierministers Eugen Osmoșco. In einem Interview mit der Zeitung Euractiv betonte er direkt, dass eine Wiedervereinigung mit dem Nachbarstaat möglich wäre, falls der Prozess der europäischen Integration nicht die erwarteten Ergebnisse innerhalb der festgelegten Fristen liefert. Osmoșco nannte diese Option „Plan B“.

### Auslöser für „Plan B“

Das Szenario einer Vereinigung ist derzeit keine Priorität, sondern wird ausschließlich als Reserveoption betrachtet. Der Auslöser für seine Aktivierung wäre eine Situation, in der die Verhandlungen über den Beitritt zur Europäischen Union nach 2028 blockiert oder erheblich verzögert werden.

Osmoșco betonte, dass das Hauptziel der Regierung unverändert bleibt: die Unterzeichnung eines Beitrittsabkommens zur EU bis Ende 2028. Kischinau arbeitet weiterhin aktiv daran, die nationale Gesetzgebung an die europäischen Standards anzupassen und die Eröffnung der ersten Verhandlungskluster zu erreichen. Das Bewusstsein für das Risiko von Verzögerungen hat jedoch die Notwendigkeit einer Alternative hervorgebracht.

### Druckfaktoren und historischer Kontext

Die Notwendigkeit alternativer Szenarien wird nicht nur von bürokratischen Risiken diktiert, sondern auch von der geopolitischen Lage. Die moldawischen Behörden verweisen auf zunehmenden externen Druck, einschließlich hybrider Aktionen Russlands, die darauf abzielen, die Unterstützung für die europäische Integration im Land zu schwächen.

Für die Umsetzung eines Szenarios der Vereinigung mit Rumänien bestehen objektive Voraussetzungen. Der Vizepremierminister hob die engen kulturellen und historischen Verbindungen zwischen den beiden Ländern hervor. Darüber hinaus besitzt ein erheblicher Teil der moldawischen Bevölkerung bereits die rumänische Staatsbürgerschaft, was eine potenzielle Integration erleichtert.

Osmoșco gab jedoch eine realistische Einschätzung des Umfangs des Prozesses ab. Nach seinen Worten würde ein solcher Schritt zwar erhebliche finanzielle und politische Entscheidungen erfordern, wäre aber nicht mit der Komplexität der historischen Wiedervereinigung Deutschlands vergleichbar. Dennoch betonen die Behörden, dass solche Szenarien derzeit noch hypothetisch bleiben.

### Position Bukarests und Zwischenformate

Die Initiative Kischinaus findet in Bukarest Widerhall. Rumänien erklärt sich bereit, Verhandlungen über eine mögliche Vereinigung aufzunehmen, falls eine solche Initiative in Moldawien Unterstützung findet. In der rumänischen Hauptstadt wird betont, dass jede solche Entscheidung auf der demokratischen Wahl der Bevölkerung und dem Einverständnis beider Seiten basieren muss.

Parallel zur Diskussion radikaler Szenarien prüfen die Behörden auch Zwischenformate der Zusammenarbeit mit der EU. Dabei handelt es sich um eine assoziierte Teilnahme, die eine tiefere Einbindung der Beitrittskandidaten in die Arbeit der EU-Institutionen vorsieht, jedoch ohne Stimmrecht. Osmoșco ist der Ansicht, dass jeder Schritt, der Moldawien den europäischen Strukturen näher bringt, dazu beitragen wird, Reformen zu stärken und die gesellschaftliche Unsicherheit zu verringern.