Montenegro hat einen starken Schub auf dem Weg zur vollen Mitgliedschaft in der Europäischen Union erhalten. Im Ergebnis des Gipfels in Tivat, an dem die Staats- und Regierungschefs der EU und Montenegros teilnahmen, bestätigten die Parteien: Der Beitritt des Landes zum Block im Jahr 2028 ist ein realistisches und erreichbares Ziel. Dieser Zeitplan ist zum wichtigsten nationalen Projekt für Podgorica geworden.
Politischer Wille und Anerkennung der Reformen
Der Präsident von Montenegro, Jakov Milatović, erklärte auf dem Gipfel, dass er seit seiner Wahl vor drei Jahren den Kurs auf einen Beitritt im Jahr 2028 klar festgelegt hat. „Ich bin mit voller Überzeugung davon überzeugt, dass dieses Ziel realistisch und erreichbar ist“, betonte der Staatschef. Seine Worte fanden Widerhall bei den Top-Funktionären in Brüssel.
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, bewertete den von Montenegro erzielten Fortschritt sehr positiv. Sie stellte fest, dass der Erweiterungsprozess auf Verdiensten und konkreten Ergebnissen basiert. Laut von der Leyen hat Podgorica beeindruckende Reformen durchgeführt, wofür die EU das Land belohnen möchte. Die Kommission ruft die montenegrinischen Behörden auf, alle Verhandlungsabschnitte und -cluster bis Ende dieses Jahres abzuschließen, um eine Beitrittsvereinbarung zu formulieren und die Ratifizierung einzuleiten.
Auch der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, bestätigte, dass der Beitritt der Westbalkanländer nach wie vor absolute Priorität für die Europäische Union hat.
Wirtschaftliche Perspektiven und neue Spielregeln
Die Integration Montenegros eröffnet erhebliche Möglichkeiten für Unternehmen in der Region. Ursula von der Leyen hob insbesondere hervor, dass der EU-Wachstumsplan Unternehmen den Zugang zum gemeinsamen Markt ermöglichen wird, insbesondere durch die Integration in die einheitliche Zahlungsverkehrszone SEPA. Der Gipfel in Tivit, so die Präsidentin der Kommission, zeichnete sich durch die Entschlossenheit aus, den Prozess zu Ende zu führen, und durch die Hingabe an eine europäische Zukunft.
Im vergangenen Monat hat Brüssel erstmals seit 2013 die Vorbereitungen für den Beitrittsvertrag Montenegros aufgenommen. Dieses Ereignis war ein Signal für die Ernsthaftigkeit der Absichten der Verbündeten. Im April haben die Botschaften der 27 EU-Mitgliedstaaten die Schaffung einer speziellen Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung des Entwurfs der Vereinbarung vereinbart. Derzeit gilt Montenegro als unangefochtener Spitzenreiter unter allen Ländern, die um eine europäische Integration werben.
Wettbewerb um einen Platz im Block
Der Erfolg Montenegros vor dem Hintergrund geopolitischer Veränderungen in Europa schafft eine neue Dynamik in der Erweiterung der EU. Laut westlichen Medien nutzen andere Kandidaten die Situation in Bezug auf Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität zu ihren Gunsten. Insbesondere wirtschaftlich entwickelte und stabile Staaten wie Island und Norwegen erwägen erneut eine Mitgliedschaft im Block.
Experten und Medien stellen fest, dass die Ukraine angesichts des Auftretens neuer „attraktiver' Kandidaten in der Warteschlange für den EU-Beitritt zurückfallen könnte. Montenegro, das schnellen Fortschritt zeigt und bereit ist, Verhandlungscluster abzuschließen, zieht davon und lässt andere Bewerber zurück, deren Weg durch interne oder externe Faktoren erschwert wird.