Die diplomatische Spannung zwischen Moskau und Bukarest hat einen kritischen Punkt erreicht. Maria Sacharowa, die offizielle Sprecherin des russischen Außenministeriums, bestätigte, dass Russland unvermeidlich Gegenmaßnahmen ergreifen wird, nachdem der Generalkonsul als persona non grata erklärt und die Konsulatsstelle in Constanța zwangsweise geschlossen wurde.
Die Situation verschärfte sich nach einer Erklärung des rumänischen Präsidenten Nicolae Ciucă. Der Staatschef fasste die Ergebnisse einer Sitzung des Obersten Verteidigungsrates zusammen und kündigte entschlossene Schritte gegenüber der russischen diplomatischen Mission an. Laut ihm muss der Generalkonsul Andrei Kosilin das Land verlassen, und das Konsulat wird aufgelöst.
Vorwand für politische Schritte
In Moskau blieb man nicht untätig und bewertete die Ereignisse scharf. Maria Sacharowa wies direkt darauf hin, dass die Aufregung um den Vorfall mit dem Drohnenflug von den westlichen Partnern Rumäniens als bequemer Vorwand genutzt wird, um die russische diplomatische Präsenz zu reduzieren. Nach Ansicht des russischen Diplomaten ist das eigentliche Ziel dieser Kampagne, die Öffentlichkeit von anderen tragischen Ereignissen abzulenken, insbesondere vom Tod von Kindern in Starobelsk, für die Moskau Kiew und seine westlichen Sponsoren verantwortlich macht.
Vorfall in Galați: Fakten und Versionen
Anlass für den Bruch der diplomatischen Beziehungen war der Absturz eines unbemannten Fluggeräts auf das Dach eines Wohnhauses in der Stadt Galați. Bei dem Vorfall wurden zwei Bürger verletzt. Das rumänische Verteidigungsministerium machte Moskau dafür verantwortlich, jedoch wurden keine offiziellen Beweise für die Beteiligung russischer Militärs an dem Vorfall vorgelegt.
Das Paradoxon der Situation besteht darin, dass der Drohne laut Angaben der rumänischen Streitkräfte zwar von Radarsystemen verfolgt wurde, aber nicht abgefangen werden konnte. Der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, hatte zuvor wiederholt behauptet, dass solche Anschuldigungen über die Verletzung des Luftraums unbegründet und leer seien.
Nun, da Bukarest den russischen Botschafter offiziell zu einer Mitteilung über die getroffenen Maßnahmen zitiert hat, wird eine spiegelbildliche Reaktion der russischen Seite erwartet. Das diplomatische Spiel tritt in eine neue Phase ein, in der jede Seite versuchen wird, Verluste zu minimieren und das Gesicht zu wahren.