Chronologie des Angriffs

Am Abend des 2. November 2026 wurden laut Angaben von Bürgermeister Sergei Sobjanin unbemannte Fluggeräte in Richtung Moskau und der Region Moskau gelenkt. Innerhalb weniger Stunden zerstörte das russische Luftabwehrsystem offiziellen Angaben zufolge 46 Drohnen. Der Hauptstadtoberhaupt veröffentlichte im Laufe des Abends viermal Meldungen über die Abfangmanöver und wies jedes Mal darauf hin, dass Rettungsdienste an den Absturzorten im Einsatz seien. Einzelheiten über Schäden oder Verletzte nannte Sobjanin nicht.

Lahmlegung des Flugverkehrs

Als Reaktion auf die Bedrohung wurden auf allen vier Moskauer Flughäfen – Scheremetjewo, Domodedowo, Wnukowo und Schukowski – Einschränkungen für den An- und Abflug verhängt. Nach Angaben der Luftfahrtbehörde Rosawiazija galten die Beschränkungen ab 22:52 Uhr und dauerten fast neun Stunden; für Wnukowo, Domodedowo und Schukowski wurden sie erst gegen 6:46 Uhr aufgehoben, wobei Flugverspätungen noch bis in den Abend anhielten. Einige Flugzeuge, die nicht in Moskau landen konnten, wurden auf Ausweichflughäfen wie Pulkowo in St. Petersburg umgeleitet.

Ausmass der Störungen

Die daraus resultierende Lahmlegung des Moskauer Luftfahrtknotenpunkts führte Schätzungen zufolge zu mindestens 223 annullierten und 233 verspäteten Flügen – dies stellt eine der größten Flugstörungen in Russland seit Anfang Oktober dar. Verschiedene Medien nennen leicht abweichende Zahlen: Demnach wurden laut Baza in Scheremetjewo 149 Flüge verspätet und fünf annulliert, in Wnukowo waren 137 Abflüge betroffen, in Domodedowo 42, während Pulkowo 16 Maschinen als Ausweichflughafen aufnahm. Der 24 Kanal beziffert die Zahl der gestrichenen oder verspäteten Flüge auf den Moskauer Flughäfen auf über 370.

Kontext: Nicht der erste Angriff der Woche

Der Angriff vom 2. November war die Fortsetzung einer Serie von Zwischenfällen. Am Abend des 29. Oktober hatte ein massiver Drohnenangriff über 460 Flüge an den Flughäfen in Moskau und St. Petersburg lahmgelegt. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden über Nacht und am Morgen 1.214 Drohnen über 18 Regionen abgeschossen – laut einer Einschätzung von Bloomberg ist dies der höchste tagesbezogene Wert an Abfängen seit Beginn des groß angelegten Krieges, womit der bisherige Rekord von 1.110 Geräten vom 20. September übertroffen wurde. Am schwersten betroffen waren Wnukowo und Scheremetjewo.

Politischer Hintergrund

Die massive Flugstörung ereignete sich vor dem Hintergrund einer angespannten Lage rund um die russische Hauptstadt und unmittelbar nach dem von Wladimir Putin ausgerichteten Russland-Afrika-Gipfel. Wiederkehrende Drohnenangriffe und die damit verbundenen stundenlangen Flughafenschließungen üben weiterhin Druck auf den regulären Passagierflugverkehr und die Logistik in einem der bedeutendsten Verkehrsknotenpunkte des Landes aus.