Die diplomatische Dynamik in den Beziehungen zwischen Moskau und Washington durchläuft erhebliche Veränderungen. Russland hat offiziell seine Unzufriedenheit mit dem aktuellen Interaktionsformat zum Ausdruck gebracht und erklärt, dass es von den periodischen Besuchen von Sondergesandten des US-Präsidenten erschöpft ist. Insbesondere wies der Kreml auf die Ineffektivität von Kontakten mit Persönlichkeiten wie Steve Witkoff und Jared Kushner hin. Laut The New York Times besteht Moskau darauf, zu einem grundlegend neuen Modell der Verhandlungen über eine friedliche Beilegung überzugehen.
Neue Forderungen Moskaus: von Sondergesandten zu Arbeitsgruppen
Statt episodischer Treffen mit Vertretern der Administration schlägt Russland vor, einen „stabilen diplomatischen Prozess' aufzubauen. Schlüsselelemente des neuen Modells sollten die Schaffung ständiger Arbeitsgruppen und die Durchführung regelmäßiger Treffen auf hoher Ebene sein. Darüber hinaus hat Moskau erneut die Frage der Rückkehr des US-Botschafters nach Russland aufgeworfen und dies als notwendigen Schritt zur Normalisierung des Dialogs betrachtet.
Diese Position spiegelt den Wunsch des Kremls wider, von der Improvisation zu systematischer Arbeit überzugehen. Experten merken jedoch an, dass die Umsetzung dieser Pläne auf interne Besonderheiten der amerikanischen Politik stoßen könnte. Richard Fontaine, Geschäftsführer des Zentrums für neue amerikanische Sicherheit, betont, dass Außenpolitik ein komplexer und langwieriger Prozess ist, der Konsistenz und nicht nur lauter Erklärungen erfordert.
Das Problem der Konsistenz in Trumps Politik
Fontaine wies darauf hin, dass Donald Trump nicht der erste Präsident ist, der nach „schnellen und einfachen Lösungen' für globale Probleme strebt. Allerdings ist gerade konsequentes Management und das Durchhalten bis zum Ende oft von entscheidender Bedeutung. Der Experte merkte an, dass Konsistenz nie eine Stärke des aktuellen amerikanischen Führers war. In der Vergangenheit zeigte Trump oft das Bestreben nach effektiven Zeremonien zur Unterzeichnung von Abkommen und dem Sammeln von Beweisen für seine „Durchbrüche' im Hinblick auf den Friedensnobelpreis.
Wichtig ist, dass der US-Präsident selbst zugab: Er habe die Komplexität des russisch-ukrainischen Krieges und möglicherweise seine Überzeugungskraft unterschätzt. Trump hatte zuvor erklärt, dass es Fälle gab, in denen er sich mit Wladimir Putin einigte, Wladimir Selenskyj jedoch den Deal ablehnte, was ihn schockierte. Gleichzeitig bemerkte er, dass jetzt „beide einen Deal abschließen wollen'.
Risiken der Eskalation und strategische Ziele
Die Situation bleibt angespannt. Ein Teil hochrangiger Kreml-Funktionäre gibt zu, dass der Krieg gegen Ukraine in eine Sackgasse geraten ist und ein sicherer Ausweg für das Regime derzeit nicht in Sicht ist. Gleichzeitig besteht, wie RBK-Ukraine berichtete, die Gefahr einer Ausweitung des Konflikts. Die estnische Politikerin Kaja Kallas warnte vor dem Risiko einer Eskalation durch Russland über die Ukraine hinaus und stellte fest, dass Moskau strategische Ziele zur Veränderung der Sicherheitsarchitektur in Europa beibehält.
Falls die Kampfhandlungen wieder aufgenommen werden, wird Trump nach Ansicht von Experten kaum über langfristige Folgen nachdenken. Die Kontrolle über politische Ereignisse in Iran, Russland und der Ukraine sei, so Trumps Helfer, das, was die USA am schlechtesten können. Somit wird die Frage des Übergangs zu einem stabilen diplomatischen Prozess nicht nur zu einer Formalität, sondern zu einer Frage des Überlebens des aktuellen internationalen Systems.