Der Donnerstagmorgen, der 18. Juni, wurde für Moskau und die Moskauer Region zu einer Zeit beispielloser Anspannung. Die Hauptstadtregion war dem massivsten Angriff ukrainischer Drohnen seit Beginn des Krieges ausgesetzt. Am Himmel über der Stadt und der Region entbrannte eine großangelegte Luftschlacht, während auf dem Boden Brände ausbrachen, die die Hauptstadt mit dichtem schwarzem Rauch umhüllten.
Umfang des Angriffs und die Arbeit der Flugabwehr
Russische Quellen und Social-Media-Kanäle berichten von hunderten Zielen, die von den Angriffen betroffen waren. Laut Angaben des Moskauer Bürgermeisters Sergei Sobjanin wurden bis 08:17 Uhr etwa 180 Drohnen abgeschossen, wobei die Arbeit der Luftabwehrsysteme fortgesetzt wurde. Der Gouverneur der Region Moskau, Andrei Worbobjow, bestätigte, dass mindestens fünf Bezirke der Region unter Beschuss gerieten.
Später gab das russische Verteidigungsministerium eine noch beeindruckendere Zahl an – angeblich seien 555 Drohnen abgeschossen worden. Visuelle Beweise und Berichte von Augenzeugen in sozialen Medien zeichnen jedoch ein anderes Bild: Drohnen durchbrachen das Abwehrsystem und fügten der Infrastruktur gezielte Schäden zu.
Brand auf der Moskauer Ölraffinerie
Eines der Hauptziele des Angriffs war die Moskauer Ölraffinerie (NPF) in Kapotnja. Das Unternehmen, das zu Gazprom Neft gehört, liegt nur 15 km vom Kreml entfernt und beliefert rund 40 % des Treibstoffmarktes der Hauptstadt. Auf von Augenzeugen veröffentlichten Aufnahmen ist zu sehen, wie die Raffinerie von Flammen umhüllt ist und wie durch mächtige Explosionen die Dächer von Tanks weggerissen werden.
Nach Einschätzungen von OSINT-Kanälen entstanden auf dem Gelände der Raffinerie mindestens fünf Brandherde. Sergei Sobjanin bestätigte, dass mehreren Drohnen das Erreichen ihrer Ziele gelang. Die dichten schwarzen Rauchwolken, die sich über Kapotnja erhoben, wurden zum Symbol dieses Angriffs und waren aus vielen Stadtteilen zu sehen.
Folgen für Infrastruktur und Bevölkerung
Der Angriff lähmte das Leben im Megastadt. Aufgrund der Bedrohung am Himmel führten die Behörden den Plan „Kover“ ein, was zur Schließung aller vier großen Moskauer Flughäfen führte: „Wnukowo“, „Domodedowo“, „Schереметьево“ und „Schukowski“. In „Schереметьево“ mussten Passagiere direkt aus den Flugzeugen evakuiert werden, und in „Wnukowo“ wurden die Einschränkungen bereits gegen Mitternacht eingeführt.
Auch das Verkehrssystem der Stadt litt unter den Folgen: Die Moskauer Ringstraße (MKAD) wurde teilweise gesperrt, und Autofahrern wurde geraten, Umwege zu suchen. In der Stadt Ljubertsy wurde eine Industriezone und ein Fitnesscenter getroffen, und auf dem Dach des Einkaufszentrums „Belaja Datscha“ brach ein Feuer aus. Die Behörden berichteten von Schäden an einem Gebäude auf dem Gelände des Einkaufszentrums „Sadowod“ aufgrund von herabfallenden Trümmern.
Reaktion Kiews
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nannte diese Angriffe eine „völlig gerechte Antwort“ auf die russischen Beschuss ukrainischer Städte. Nach seinen Worten erreichten ukrainische Langstreckensysteme zum zweiten Mal innerhalb einer Woche die Moskauer Region und trafen auch Ziele in der Region Rostow und auf vorübergehend besetzten Gebieten der Ukraine.
„Es ist Zeit, diesen Krieg zu beenden, und Russland muss die notwendigen Schritte in der Diplomatie unternehmen“, betonte der Staatschef und hob die hohe Effektivität und Treffsicherheit der ukrainischen Angriffe hervor, die sogar von Verbündeten anerkannt wird.
Emotionen der Augenzeugen
In sozialen Medien teilen die Bewohner Moskaus und der Region schockierende Aufnahmen und Emotionen. Videoaufnahmen zeigen, wie Drohnen trotz des Feuers der Flugabwehr zielstrebig zu ihren Zielen fliegen. Ein Augenzeuge kommentierte das Geschehen emotional: „Alles Moskau brennt. Alles brennt. Ich mache mich aus dem Staub.“ Dutzende Videos bestätigen den Umfang der Zerstörungen und Brände und zeigen den realen Preis dieser großangelegten Operation.