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title: "MwSt. bis 21 % und Preisanstieg um 5–7 %: Wie der Spezialfonds zur Absicherung militärischer Risiken den ukrainischen Warenkorb verteuern könnte"
description: "In den Haushaltsentwurf 2027 wurde eine mögliche Erhöhung der MwSt. auf 21 % sowie eine Anhebung der Verbrauchssteuer auf Kraftstoffe zur Schaffung eines Fonds zur Absicherung von Unternehmen gegen militärische Risiken eingeplant. Experten warnen vor einem Preisanstieg um 5–7 %."
date: 2026-09-16T09:14:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/mst-21-prozent-und-spezialfonds-militaerische-risiken-ukraine-haushalt-2027
tags: [ukraine, vat, budget-2027, business, taxes, war-risk-insurance, fuel-excise]
publisher: "XAB.info"
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# MwSt. bis 21 % und Preisanstieg um 5–7 %: Wie der Spezialfonds zur Absicherung militärischer Risiken den ukrainischen Warenkorb verteuern könnte

![Eine Frau holt eine 100-Hrywnja-Banknote aus ihrer Geldbörse – im Kontext der steigenden Verbraucherpreise in der Ukraine](https://xab.info/media/2026/09/16/nds-21-procent-i-spetsfond-strahovaniya-voyennykh-riskov-ukraina-byudzhet-2027/nds-21-procent-i-spetsfond-strahovaniya-voyennykh-riskov-ukraina-byudzhet-2027-1.webp)

## 🎯 Key Points

- In den Haushaltsentwurf 2027 wurde die Möglichkeit eingeplant, die MwSt. von 20 auf 21 % zu erhöhen und die Verbrauchssteuer auf Kraftstoffe anzuheben; eine endgültige Entscheidung liegt noch nicht vor, es ist eine Abstimmung im Steuergesetzbuch erforderlich.
- Die Mittel sollen in einen Spezialfonds zur Absicherung von Unternehmen gegen militärische Risiken fließen, der Schäden in Höhe von bis zu 10 Millionen US-Dollar pro erstem Schadensfall eines Unternehmens erstattet.
- Die Handels- und Industriekammer schätzt die Auswirkung der Anhebung der Verbrauchssteuer auf Kraftstoffe auf eine Verteuerung der Preise um 5–7 % wegen teurerer Logistik.
- Bei den Zahlen gibt es eine Diskrepanz: Der erklärte Bedarf des Fonds beträgt 2–3 Milliarden US-Dollar, während im Haushalt 58,7 Milliarden Hrywnia eingeplant sind.

In den Entwurf des Staatshaushalts der Ukraine für 2027 hat die Regierung die Möglichkeit eingeplant, den regulären Mehrwertsteuersatz von 20 auf 21 Prozent zu erhöhen und zugleich die Verbrauchssteuer auf Kraftstoffe anzuheben. Laut RBC-Ukraine werden diese Maßnahmen als Finanzierungsquelle für einen neuen, groß angelegten Mechanismus betrachtet – einen Spezialfonds zur Absicherung von Unternehmen gegen militärische Risiken. Eine endgültige Entscheidung über die Anhebung des Steuersatzes liegt noch nicht vor: Dafür muss die Werchowna Rada entsprechende Änderungen im Steuergesetzbuch per Abstimmung verabschieden. Dennoch ist der Mittelbedarf für das Programm bereits in der Haushaltsanfrage für 2027 verankert, was die Initiative zu einer der am meisten diskutierten Themen der wirtschaftspolitischen Agenda im Herbst 2026 macht.

### Was die Regierung vorschlägt

Ziel des zu schaffenden Fonds ist es, Unternehmen Schäden aus russischen Angriffen – einschließlich ballistischer Raketen und Drohnen – in Höhe von bis zu 10 Millionen US-Dollar pro erstem Schadensfall eines Unternehmens zu erstatten. Nach Schätzungen der Behörden sind für den Start des Mechanismus 2–3 Milliarden US-Dollar erforderlich. Die Regierung schlägt vor, den Fonds aus mehreren Quellen zu speisen, darunter eine mögliche Anhebung der MwSt. sowie eine eigene Haushaltsposition in Höhe von 8,3 Milliarden Hrywnia zum Schutz von Unternehmen des Kraftstoffsektors durch eine Erhöhung der Verbrauchssteuer auf Kraftstoffe. In den Haushaltsentwurf 2027 ist bereits ein Mittelvolumen von 58,7 Milliarden Hrywnia für das neue Unterstützungsprogramm für Wirtschaftssubjekte eingeplant.

### Wie sich das auf den Verbraucher auswirkt

Der Vizepräsident der Handels- und Industriekammer der Ukraine, Rostyslaw Korobka, betonte in einem Kommentar gegenüber RBC-Ukraine, dass jede Mehrwertsteuererhöhung am Ende beim Endverbraucher landet. „Jede Erhöhung der MwSt. schlägt auf das Geschäft durch und damit – als Folge – auf den einfachen Bürger der Ukraine, auf den Endverbraucher von Produkten, Waren und Dienstleistungen“, so sein Hinweis. Einen genauen Prozentsatz der Verteuerung zu nennen, ist schwierig, da die Wirkung je nach Branche und Warengruppe unterschiedlich ausfallen wird; der Einfluss auf den Warenkorb und das Konsumniveau sei jedoch unvermeidlich, wie er erklärte. Als besonderes Risiko sieht der Experte die Erhöhung der Verbrauchssteuer auf Kraftstoffe: Die Logistik fließt in die Selbstkosten eines breiten Warenkreises ein, und nach Schätzung der Handels- und Industriekammer könnte dies zu einem Preisanstieg an der Kasse um 5–7 Prozent führen.

### Die Sicht der Unternehmen

Unternehmer könnten dem Aufbau eines Versicherungsfonds nach Angaben Korobkas mit Verständnis begegnen, jede Steuererhöhung werde jedoch negativ aufgenommen. Eine zusätzliche Belastung stellen laut Fondsmodell die 2-prozentigen Abgaben auf den Wert der Aktiven dar, was nach Einschätzung des Experten die Entwicklungsmöglichkeiten und den operativen Betrieb der Unternehmen einschränke: „Je höher die Steuerlast, desto weniger verbleibt an Umlaufmitteln.“ Der RBC-Ukraine-Interviewte wies zudem darauf hin, dass die Regierung den „einfachsten und schnellsten“ Mechanismus gewählt habe, da eine Steuersatzanhebung selbst um 1 Prozent der MwSt. vor allem den „weißen“ (legalen) Wirtschaftsbereich betreffe und keine unpopulären punktuellen Maßnahmen erfordere.

### Widersprüchliche Zahlen

In öffentlichen Aussagen und Materialien zum Haushaltsentwurf 2027 gibt es eine deutliche Diskrepanz bei den Zahlen. Einerseits sind nach Schätzung der Behörden für den Start des Versicherungsfonds 2–3 Milliarden US-Dollar erforderlich. Andererseits ist in den Haushaltsentwurf 2027 ein Mittelvolumen von 58,7 Milliarden Hrywnia für das Unterstützungsprogramm der Wirtschaftssubjekte eingeplant, was zum aktuellen Wechselkurs deutlich weniger als der genannte Schwellenwert von 2–3 Milliarden US-Dollar entspricht. Zudem wird die Erhöhung der MwSt. auf 21 % in einigen Quellen bereits als im Haushalt verankerter Parameter dargestellt, in anderen lediglich als „Möglichkeit“, die eine separate Abstimmung im Steuergesetzbuch erfordert. So stimmen sowohl das Finanzierungsvolumen als auch der rechtliche Status der Steuersatzanhebung in den verschiedenen Fassungen bislang nicht überein, was bis zur Verabschiedung des Gesetzes eine vorsichtige Interpretation erfordert.

### Alternativen und Perspektiven

Der Experte der Handels- und Industriekammer räumt ein, dass im Land auch andere Reserven existieren – die Erhöhung der Zollabgaben, der Kampf gegen den „schattigen“ Sektor und gegen finanzielle „Rückflüsse“ (Skruwki) –, doch deren Bearbeitung erfordere mehr Zeit, während die Regierung „schnelle Entscheidungen und schnelle Ergebnisse“ benötige. Korobka hält es für unwahrscheinlich, dass die Abgeordneten die Initiative ablehnen: „Die Regierung wird diese Vorschläge mit ihren Argumenten untermauern. Ich denke, dass die Rada in einer so schwierigen Lage mit einem solchen Loch im Haushalt dafür stimmen und diese Initiativen unterstützen wird.“ Bis zur finalen Abstimmung in der Werchowna Rada bleibt daher die zentrale Frage, wie genau die Kombination aus MwSt.-Satz, Verbrauchssteuer auf Kraftstoffe und Unternehmensabgaben aussehen wird und inwieweit die erklärte Bedarfssumme von 2–3 Milliarden US-Dollar tatsächlich gedeckt werden kann.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [Schießen die Preise durch die Decke? Was die Erhöhung der MwSt. auf 21 % und der Verbrauchssteuer auf Kraftstoffe für die Ukrainer bedeutet](https://www.rbc.ua/ukr/news/tsini-zletyat-vse-shcho-oznachatime-ukrayintsiv-1789548346.html) - Первичный источник: комментарии ТПП (Ростислав Коробка) о влиянии НДС и акциза на цены, оценке 5–7% и модели фонда.
- [Haushalt 2027: MwSt. 21 %, Steuer auf Pakete und andere „Verbesserungen“ für die Ukrainer](https://itc.ua/news/byudzhet-2027-nds-21-nalog-na-posylky-y-drugye-uluchshenyya-dlya-ukrayntsev/) - Подтверждает закладку повышения НДС до 21% в проект бюджета-2027.
- [MwSt.- und Preiserhöhung, fast 5 Billionen für die Verteidigung und 53 Milliarden für Straßen: Entwurf des Haushalts 2027 veröffentlicht](https://tsn.ua/ru/groshi/povyshenie-nds-i-tsen-pochti-5-trln-na-oboronu-i-53-mlrd-na-dorogi-obnarodovan-proekt-byudzheta-2027-3169319.html) - Подтверждает обнародование проекта бюджета-2027 с параметром повышения НДС.
- [Regierung beabsichtigt, 2027 Steuern zu erhöhen: Was sich für die Ukrainer ändert](https://www.unian.net/economics/finance/byudzhet-2027-goda-mozhet-prinesti-povyshenie-nalogov-nardepka-rasskazala-podrobnosti-13501071.html) - Подтверждает намерение повысить налоги в 2027 году; детали по объёму фонда требуют сверки с бюджетной заявкой.

## ❓ FAQ

### Q: Wurde die MwSt. in der Ukraine bereits auf 21 % erhöht?
**A:** Nein. Die Erhöhung von 20 auf 21 % ist lediglich als Möglichkeit in den Entwurf des Staatshaushalts für 2027 eingeplant. Die endgültige Entscheidung erfordert eine Abstimmung der Werchowna Rada über Änderungen im Steuergesetzbuch.

### Q: Wofür wird das Geld benötigt?
**A:** Zur Aufstockung eines Spezialfonds zur Absicherung von Unternehmen gegen militärische Risiken, der Unternehmen Schäden aus Angriffen erstatten soll – bis zu 10 Millionen US-Dollar pro erstem Schadensfall eines Unternehmens. Für den Start sind 2–3 Milliarden US-Dollar angekündigt.

### Q: Wie stark werden die Waren teurer?
**A:** Einen genauen Prozentsatz zu nennen, ist schwierig, doch nach Einschätzung des Vizepräsidenten der Handels- und Industriekammer, Rostyslaw Korobka, könnten die Anhebung der Verbrauchssteuer auf Kraftstoffe und die teurere Logistik zu einem Preisanstieg an der Kasse um 5–7 % führen.

### Q: Gibt es Alternativen zur MwSt.-Erhöhung?
**A:** Der Experte nennt die Erhöhung der Zollabgaben sowie den Kampf gegen den „schattigen“ Sektor und gegen finanzielle „Rückflüsse“ (Skruwki), weist jedoch darauf hin, dass diese Maßnahmen mehr Zeit erfordern, während die Regierung einen schnellen Mechanismus gewählt hat.